Ekman, Kerstin: Am schwarzen Wasser

Mit ihrer Saga Am schwarzen Wasser erweist sich die Schwedin Kerstin Ekman — Trägerin aller wichtigen Literaturpreise ihres Landes — einmal mehr als epische Chronistin mit dem viel zitierten weiblichen Blick. Ihr Roman bietet jedenfalls sämtliche Motive auf, aus denen handfeste Frauenschicksale gestrickt werden: Hillevi, Mitte zwanzig und Hebamme, lässt Heimat und Familie hinter sich, um ihrem heimlichen Verlobten — einem Pfarrer — ins Jämtland zu folgen. In ihrem Tagebuch muss sie dann allerdings vornehmlich Kochrezepte vermerken. Denn was den Geistlichen betrifft, ereignet sich leider wenig Nennenswertes: Der Angebetete entpuppt sich als personifiziertes Exempel männlicher Feigheit und Entscheidungsschwäche. Ihren Annäherungsversuchen jedenfalls gibt er ausschließlich in stockdunklen Räumlichkeiten nach; und dabei ist er dann auch noch äußerst ungeschickt: “Nachdem er unter dem Mieder ihres Kleides das Hemd mit der Spitzenkante freigelegt und sich zu einer… Brust vorgetastet hatte, wimmerte er, als hätte er sich wehgetan. Es wurde auch an diesem Abend nichts.”
Da ist der Händler Trond Halvorsen schon eher ein Mann der Tat; und weil Hillevi infolge eines Tete-a-tete unter Tannenzweigen von dem sinnlichen Schwarzhaarigen schwanger ist, wird alsbald geheiratet. Denn die Initiationsreise der Hebamme beginnt 1916 — und dies in einer Region, in der Kinder aus nicht legitimierten Beziehungen in schmutzigen Hinterzimmern zur Welt gebracht und anschließend ausgesetzt bzw. getötet werden.

Detailbesessen dringt Kerstin Ekman, indem sie Hillevis Lebensgeschichte mit den Schicksalen der Einheimischen verknüpft, in kärglichste Armut, nordische Rauheit und ländlichen Aberglauben ein; sie spannt Bögen von Hillevis Aufbruch bis zur Hochzeit von deren Pflegetochter Risten, vom Jämtland bis nach Berlin. Dabei werden wir Zeugen unzähliger Ski- und Pferdeschlittenfahrten, heimlicher Liebschaften, brutaler Kindesmisshandlungen, männlicher Jagdrituale und weiblicher Konflikte zwischen (vermeintlicher) Pflicht und Neigung. Am schwarzen Wasser ist — mit anderen Worten — ein Roman für Liebhaber weit verzweigter Familiensagas, für Fans gut recherchierter (Sozial-)Historie — und für passionierte Frauenversteher. Christine Wahl — Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels. / Amazon

Ekman, Kerstin: Das Engelhaus

‘Das Engelhaus’ ist das Haus, in dem Tora Otter, dem Leser schon aus ‘Hexenringe’ und ‘Springquelle’ bekannt, vom Beginn der dreißiger Jahre an bis in die ersten Nachkriegsjahre wohnt. Tora Otter kämpft inzwischen mit dem Herannahen des Alters. Schwer kann sie sich an den Gedanken gewöhnen, daß ihr Körper, der ihr bisher nur selbstverständliches Arbeitsgerät und Fortbewegungsmittel war, zunehmend schwächer wird. In ihrer schlaflosen Einsamkeit kriecht sie die Angst vor dem Tode an, und sie beginnt, ihr bisheriges Leben kritisch zu überdenken. Tora Otter und das ‘Engelhaus’ spielen auch für die heranwachsende Ingrid, die Tochter von Toras Freundin, eine große Rolle. Sie träumt bereits in ihrer Jugend von einem Leben frei von den Sorgen des Alltags. Bald aber, als sie schwanger wird, einen Sohn gebärt und das ganz normale Familienleben einer Erwachsenen führt, muß sie feststellen, daß sie nicht die Kraft hatte, ihre Träume wahr werden zu lassen. Auch Jenny Otter, Toras Schwiegertochter, fühlt sich in ihrer Ehe nicht wohl. Schwer liegt auf ihr die ganze Verantwortung für die Versorgung der Familie. Aus Sehnsucht nach dem ‘wirklichen Leben’ beginnt sie ein Verhältnis mit einem jüdischen Flüchtling aus Ungarn… Amazon

Ekman, Kerstin: Der brennende Ofen

Kriminalromane aus Skandinavien erleben zurzeit eine Hochkonjunktur. Schon seit Monaten stehen jene von Henning Mankell um Kommissar Wallander auf deutschen und schweizerischen Bestsellerlisten, und es scheint, als hätten sie einer ganzen Reihe von dänischen, norwegischen und schwedischen Mordgeschichten Bahn gebrochen – bis hin zur Neuauflage von Kerstin Ekmans Kriminalromanen aus den sechziger Jahren.

Der 1948 in Mittelschweden geborene, heute in Moçambique lebende Henning Mankell erzielte mit dem 1998 bei Zsolnay veröffentlichten Roman «Die fünfte Frau» erstmals Rekordauflagen. Im Jahr darauf folgte «Die falsche Fährte», und jetzt liegt «Mittsommermord» in deutscher Übersetzung vor. In «Die fünfte Frau» müssen drei Männer für ihre Gewalttätigkeit gegen Frauen büssen, in «Die falsche Fährte» wird ein Serienmörder gejagt, der als Indianer verkleidet seine Opfer skalpiert, und in «Mittsommermord» gilt es das Verbrechen an Svedberg aufzuklären, einem Polizisten aus Kommissar Wallanders eigenem Team. Amazon

Ekman, Kerstin: Der Ruf des Raben

Als er auf dem dichten grünen Moos unter den Wurzeln einer Birke erwacht, hört er in der Ferne leise strömendes Wasser. Skymt ist ein Wesen des Waldes, er hat überlebt, und der Baum hat ihn vor dem Tod bewahrt. Doch noch immer herrscht Krieg zwischen den Völkern der Wölfe und der Bären. Niemand kann sich an den Ursprung dieses Kampfes erinnern, aber es will ihn auch niemand verloren geben. So schließt Skymt sich dem Wolfsvolk an – bis er sich in Sjorpha verliebt, eine Tochter des Bärenvolks. Als die beiden ihren ersten Sohn erwarten, müssen sie in einem Kahn den Strom hinabfliehen. Ihr Kind aber geht auf der Flucht verloren, und eine lange, wechselhafte Suche beginnt … Der waldreiche, menschenleere Norden Schwedens ist der Schauplatz der großen Romane von Kerstin Ekman. Dorthin verlegt sie auch den »Ruf des Raben«, eine kraftvolle Fabel, in der sie eine phantastische Welt voller märchenhafter Gestalten erschafft und zugleich eine einsichtsvolle Metapher auf die moderne Welt. / Amazon

Ekman, Kerstin: Der Wald

Es gab eine Zeit, in der der Wald vom Atlantik bis zu den Karpaten unseren ganzen Kontinent bedeckte. Der Wald ist ein Mythos, ein Natur- und Kulturraum, der einzigartig ist, unermesslich sein Reichtum an Sagen und Geschichten. Kerstin ­Ekmans lebenslange Beschäftigung mit dem Wald mündet in diesem gewaltigen Werk: Sie ­erzählt darin von der jahrtausendealten Begegnung zwischen Mensch und Wald, schreibt von Waldgeistern, Volksmärchen, Räubern, Wölfen und Dichtern. Ihre Betrachtungen reichen vom Mittelalter bis heute, von der Urbarmachung über das Jagen bis zum Wirtschaftsraum Wald. Kerstin ­Ekman streift durch die Kiefernwälder ihrer nordschwedischen Heimat, erzählt von der Heilkraft der Nadelbäume und dem Reichtum von Flora und Fauna. Reich bebildert und mit zahlreichen Zitaten versehen ist »Der Wald« ein eindrucks­volles Zeugnis einer Welt, die bald verschwunden sein wird.

Ekman, Kerstin: Die drei kleinen Meister

Ekman, Kerstin: Die Nacht vor dem Mord

Kerstin Ekman, geboren 1933 in Mittelschweden, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen der Gegenwart. Sie wurde in ihrer Heimat mit allen großen Literaturpreisen ausgezeichnet, unter anderem erhielt sie für ihr Gesamtwerk den renommierten Pilotpreis. Der große Durchbruch gelang ihr mit dem Roman “Geschehnisse am Wasser”. Zuletzt erschienen von ihr auf deutsch “Die Totenglocke” und “Mittsommerdunkel”. Amazon

Ekman, Kerstin: Die Totenglocke

Blutrot stehen die Espen und Ahornbäume gegen den kaltblauen Himmel. Morgen würde die alljährliche Jagd beginnen. Diesmal müssen sie noch Klas Bodin vom Zug abholen. Die angeheiterte Jagdgesellschaft nimmt den Weg durch den Wald – und überfährt versehentlich eine Frau. Die Männer versuchen das Geschehen zu vertuschen, doch es gibt einen Mitwisser: Klas Bodin. Die Jagd bietet Gelegenheit, sich Bodins zu entledigen. Aber der ist clever und skrupellos…

Ekman, Kerstin: Geschehnisse am Wasser

Tief in den Wäldern Nordschwedens sah Annie Raft vor vielen Jahren einen Mann an sich vorbeihuschen und fand kurz darauf zwei grausam zugerichtete Leichen. Jetzt begegnet sie dem Mann unerwartet wieder – in den Armen ihrer mittlerweile erwachsenen Tochter… Ein atemberaubender Roman zwischen Thriller und Psychostudie, der die literarische Welt verzaubert hat wie zuvor nur Peter Hoegs ‘Fräulein Smillas Gespür für Schnee’.

Ekman, Kerstin: Hexenringe

Schweden zu Beginn der Gründerzeit: Am Ende des 19. Jahrhunderts dringt die neue Zeit auch in die hintersten Winkel des Landes, dorthin, wo Tora Lans in ärmlichsten Verhältnissen zur Welt kommt. Ihr Leben als Dienstmädchen scheint ebenso vorherbestimmt wie das ihrer Mutter Edla und der Großmutter Sara, bei der Tora nach dem Tod der Mutter aufwächst. Doch das erwachende Selbstvertrauen und der trotzige Lebenswille des jungen Mädchens helfen ihr, sich gegen ein Schicksal in Armut und Abhängigkeit aufzulehnen. Amazon

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