Mit “Abels Bruder” hat Marianne Fredriksson ihren mit “Eva” begonnenen Romanzyklus zur Schöpfungsgeschichte fortgesetzt. Mit liebevoller Einfühlung erzählt sie hier die dramatische Geschichte des biblischen Kain. Die Schuldgefühle nach dem Mord an seinem Bruder lasten wie ein Fluch auf ihm. Und eines Tages flieht er in das Paradies, von dem Eva ihm so viel erzählt hat, zu dem Volk, das keine Worte kennt – eine Begegnung, die dazu führt, dass Kain dem Anführer der Horde, Satan, das Messer in den Leib stößt. Wir begegnen einem kraftvollen, klugen, aber innerlich zerrissenen Kain. Sein Leben entwickelt sich zu einem großartigen und spannenden Abenteuer – aber niemals wird er Ruhe und Freiheit finden.
Angelika glaubt, dass Träume, Gedanken und Gefühle einen Menschen steuern. Jan dagegen ist Naturwissenschaftler, er glaubt nur an Fakten und ist überzeugt, dass die Gene einen Menschen bestimmen. Sie gehört zu den Menschen, die auf der Suche sind. Jan hat Angst vor ihrer Intuition, die er nicht greifen, nicht begreifen kann. Beide fürchten sich vor der großen Liebe und davor, von ihren Gefühlen überwältigt zu werden. Der Roman erzählt die Geschichte zweier Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten – und die doch durch die Kraft ihrer Liebe zueinander finden.
Eva ist erfüllt von Sorge: Ihr ältester Sohn hat den jüngeren getötet. Um begreifen zu können, was eigentlich geschehen ist, muss sie die Spuren ihres eigenen Lebens zurückverfolgen. Eva macht sich auf den Weg zurück in das Land ihrer Herkunft – ins Paradies. In ihrem ersten Roman, der sie in Schweden auf Anhieb bekannt machte, erzählt Marianne Fredriksson nachdenklich und voller Phantasie von Evas Suche nach dem eigenen Ursprung und eröffnet zugleich ganz unpathetisch ein neues Verständnis von Schöpfungsgeschichte und “Sündenfall” aus weiblicher Sicht. Mit diesem Roman gibt Marianne Fredriksson jeder Frau ein Stück ihrer Identität zurück. Amazon
In ihrem neuen Roman spinnt Marianne Fredriksson das Thema weiter, das sie schon in ihren klassischen Romanen SIMON und HANNAS TÖCHTER aufgegriffen hat: Wie wir zu dem Menschen geformt werden, der wir sind, und wie wir uns nur in der Beziehung zu Anderen entwickeln können. Für Katarina sind Unabhängigkeit und die Freiheit, ihr Leben selbst zu bestimmen, das Allerwichtigste. Als sie schwanger wird und ihrem Freund erklärt, sie wolle ihr Kind zur Welt bringen, schlägt der sie nieder. Im Krankenhaus erwacht sie aus der Bewusstlosigkeit und erinnert sich: Sie ist selbst in einer Familie aufgewachsen, in der die Mutter jahrelang misshandelt wurde. Ist Gewalt erblich, nicht nur beim Täter, sondern auch beim Opfer? Mit diesen neuen Gedanken geht sie auf Elisabeth, ihre Mutter, zu. Die beiden Frauen treten sich immer offener entgegen. Erinnerungen werden wach, Zusammenhänge offenbar, und Katarina kann endlich verstehen, warum ihre Mutter in einer verletzenden Ehe ausgeharrt hat.
Als Anna ihre fast 90jährige Mutter Johanna im Pflegeheim besucht, ist diese nicht mehr ansprechbar. Anna ist zugleich traurig und wütend. So viele Fragen möchte sie noch stellen, so vieles möchte sie noch wissen über das Leben ihrer Mutter Johanna und ihrer Großmutter Hanna. Wie ist es gewesen vor fast 100 Jahren auf dem Land, als Hanna mit ihrem unehelichen Sohn Ragnar den Müller Broman heiratete? Wieso konnte sie sich später nie an das Leben in der Großstadt Göteborg gewöhnen? Wie hat sich ihre Mutter gefühlt, als der Vater starb, und warum hat sie niemals rebelliert gegen ihr tristes Hausfrauendasein? Jetzt ist es zu spät, all diese Fragen zu stellen. Anna – Tochter und Enkelin – begibt sich allein auf die Reise durch das Leben ihrer Mutter und Großmutter und findet mit Hilfe ihrer Aufzeichnungen Zugang zum Leben ihrer Vorfahren und vor allem auch zu sich selbst. In ihrem Drang, Fragen an die Frauen zu stellen, die sie geprägt haben, liegt der Wunsch, das Mutter-Tochter-Verhältnis und insbesondere auch ihr eigenes Verhältnis zu Männern zu entschlüsseln. »Was wollte ich mit dieser Reise durch drei Frauenleben? Wollte ich nach Hause finden?« Marianne Fredriksson hat ein spannendes Buch über die Liebe geschrieben, in dem sie die drei einprägsamen Lebenslinien von Anna, Hanna und Johanna durch 100 Jahre schwedische Geschichte nachzeichnet. Amazon
In Inge und Mira hat die schwedische Autorin Marianne Fredriksson die Geschichte zweier unterschiedlicher Frauen in den Mittelpunkt gestellt. Ein Rezept, das sich bereits bei ihrem Bestseller Hannas Töchter bewährte.
Bei einem Gärtnereibesuch begegnen sich die Schwedin Inge, Schriftstellerin, und die Chilenin Mira, die seit dem blutigen Militärputsch Pinochets ihrem Land den Rücken gekehrt hat. Beide haben die Lebensmitte überschritten, ihre Kinder sind groß und sie sind von ihren Männern geschieden. Es ist an der Zeit, dass sie ihr Leben ordnen. Die bislang praktizierten Verdrängungsmechanismen funktionieren bei beiden nicht mehr. Inge wird durch eine Ansichtskarte ihres geschiedenen Mannes mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Als sie ihren Töchtern davon erzählt, ist sie erstaunt, in welchem Licht sie ihren Vater sehen. Inge hat nicht gewusst, dass er versuchte, die Mädchen zu missbrauchen. Die temperamentvolle Mira ist, als Pinochet in Chile die Macht ergreift, mit einem linken Revolutionär verheiratet. Obwohl sie keinerlei Informationen besitzt, wurden sie und ihre Tochter gefoltert und vergewaltigt.
Inge und Mira lässt sich allerdings nicht mit den bisherigen Romanen Marianne Fredrikssons vergleichen. Während zu Beginn die Geschichte und die agierenden Personen noch glaubhaft erscheinen, werden sie mit fortschreitender Handlung immer grober gezeichnet. Die psychischen und physischen Verletzungen sind aneinander gereihte Grausamkeiten, die alle erdenklichen Schrecken beinhalten, aber nur notdürftig zusammengezimmert sind. Hier fehlt das schriftstellerische Feingefühl, das sorgfältige Ausloten der unterschiedlichen Biografien. Schade um das interessante Thema. –Manuela Haselberge / Amazon
Lillemors freudige Erregung während eines Waldspaziergangs zur Zeit der Buschwindröschen schlägt in Entsetzen um, als sie unter einer Fichte die Leiche einer ermordeten Frau findet. Die Tote sieht Lillemor ähnlich, wie ein Abbild ihrer Selbst als junge Frau.
Die Geschichte liest sich fließend und spannend, sie entführt in die so unterschiedlichen Lebens- und Denkweisen der römischen, griechischen und ägyptischen Welt zu Beginn unserer Zeitrechnung. Und die Geschichte rührt an. Ein in die Philosophie, Götter- und Dämonenwelt dieser Zeit eingewobenes Familienschicksal, das über Generationen hinweg 470 Seiten füllt. Aber: An die bemerkenswerten Erfolge von Simon oder Hannas Töchter wird dieser Roman von Marianne Fredriksson wohl nicht herankommen. Zu langatmig sind viele Passagen, die sich weit vom eigentlichen Faden der Geschichte entfernen, da klafft stellenweise etwas auseinander, da gibt es Brüche. Dennoch, spannend sind beide Ebenen: die der Auseinandersetzung mit den Glaubens-, Kultur- und Geistesströmungen der Zeit um Christi Geburt und die eigentliche Handlung, die von Marcus und Eneides erzählt.
Es sind zwei Jungen, beides Söhne des römischen Offiziers Salvius. Der macht aus seiner höchst unglücklichen Ehe zu Cornelia keinen Hehl, ebenso wenig aus seiner heftigen Liebe zu Seleme, einer Sklavin. Beide Frauen werden schwanger, Seleme zieht Marcus und Eneides als Amme groß — bis die Götter, das Schicksal und die Autorin ganz anderes, natürlich viel Dramatischeres im Sinn haben. Seleme wird verkauft und Anjalis, der Chaldäer und Sohn des Balthasar ( der “dem neuen König Geschenke” darbringt), wird zur Leitfigur des Romans, zum Betreuer und Erzieher der beiden Jungen. Und irgendwie sind alle auf der Suche nach etwas, nach Liebe, nach Rache, nach Erkenntnis und Überzeugung, nach der Heimat ihrer Seele.
Egal aber, ob nun beim Zeus oder Jupiter: Genüssliche und einnehmende Lesestunden sind auch bei diesem Roman der schwedischen Autorin garantiert. –Barbara Wegmann / Amazon
Lange nach Jesu Tod bekommt Maria Magdalena Besuch von zwei seiner Jünger. Sie wollen von Marias Erinnerungen hören, da sie Jesus doch am nächsten gewesen sei. Und so beginnt Maria, ihre Geschichte zu erzählen – von Anfang an. Marianne Fredriksson lässt Maria so persönlich und lebhaft von Jesus, den Menschen, den Landschaften und Kulturen erzählen, dass sie uns damit eine überraschend moderne und faszinierend spannende Sicht auf unsere Glaubensgeschichte eröffnet. “Maria Magdalena” ist ein ergreifendes und eindringliches Buch über die Liebe und ein weibliches Christentum. Amazon
Norea ist die Tochter von Eva und Adam, Kains Schwester, eine Gestalt aus den alten Menschheitsmythen – und ein Kind mit ganz besonderen Gaben. Denn Norea sieht das “Verborgene” . Sie kann in die Zukunft schauen, in die Herzen der Menschen blicken und über die Grenzen hinaussehen, die wir höchstens im Traum überschreiten. Eva spürt von Anfang an, dass dieses spätgeborene Mädchen von all ihren Kindern das glücklichste ist. Von klein auf fühlt Norea sich eins mit der Natur, mit den Tieren und Pflanzen. Doch dieses sichere Gefühl für die Einheit der Schöpfung schützt sie nicht vor harten Schicksalsschlägen.