Dahl, Arne: Totenmesse

Staffagefigur, das ist ein seltsames Wort. Cilla Hjelm kommt es in den Sinn, als sie im Stockholmer Viertel Österhalm in der Warteschlange am Bankschalter steht. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Wort aus dem Deutschen ins Schwedische übernommen, fünf Jahrzehnte später durch Staffage ersetzt – „und in übertragener Bedeutung für eine Person benutzt, die – in welchem Zusammenhang auch immer – eine untergeordnete Rolle spielt“.
Als Staffage fühlt sich auch Cilla Hjelm, als sie in der Schlange steht und auf ihren Einsatz wartet und endlich etwas Bedeutendes sein will im Leben. Dabei zieht ihre belanglos erscheinende Biografie an der Seite ihres Ex-Ehemanns Paul Hjelm an ihr vorüber. Dessen Hilfe allerdings wird sie bald brauchen. Denn Hjelm ist Polizist des A-Teams, und Cilla glaubt schon bald zu wissen, warum ihr Leben so an ihr vorbeigezogen ist. Denn plötzlich ist sie in der Gewalt zweier schwer bewaffneter Bankräuber, die einen Auftrag haben. „Deshalb waren die Gedanken so schnell abgerollt“, heißt es in Arne Dahls Roman Totenmesse. „Und Cilla Hjelm war keine Staffagefigur mehr.“

Danach entwickelt sich alles sehr dramatisch in Dahls spannend geschriebenem Roman. Denn die Bankräuber wollen gar kein Geld. Sie jagen einer chemischen Formel hinterher, die viel mehr Reichtum verspricht – und weit zurückführt in die Zeit des Kalten Kriegs. Das alles ist überaus packend zu lesen. Totenmesse ist der siebte Fall des A-Teams um Kerstin Holm und Paul Hjelm. Und es ist auf jeden Fall einer der besten.–Stefan Kellerer / Amazon

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