Fredriksson, Marianne: Mein Schweden

Die freundlich gemeinte Danksagung der Herausgeberinnen an Marianne Fredriksson, „die dieses Buch überhaupt erst möglich machte“, ist berechtigt. Denn der Bildband mit dem Titel Mein Schweden besteht eigentlich zu 100 Prozent aus Marianne Fredriksson. Schließlich ist es doch ihre Vorstellung von Schweden, die in den feinsinnigen Bildern zum Ausdruck kommt, und es sind ihre Erlebnisse, Erfahrungen und Gefühle, die in einem langen Vorspann Platz finden. Außerdem entstammen die Zitate, die an vielen Stellen die Fotografien textlich umrahmen, ihren Romanen — und bei den Kochrezepten auf den letzten 20 Seiten handelt es sich um ihre Lieblingsgerichte. Und zu guter Letzt wurde die Hauptperson noch knapp 20 Mal abgelichtet bei allerlei unterschiedlichen Aktivitäten rund um ihr idyllisches Landhaus. Nicht auszudenken also, was aus dem vorliegenden Buch geworden wäre, wenn Fredriksson all das nicht möglich gemacht hätte!
Herausgekommen ist ein Bildband, der vor allem für die — man darf unterstellen — vornehmlich weiblichen Leserinnen ein Genuss darstellt, die auch schon von ihren anderen erfolgreichen Werken wie Hannas Töchter oder Simon angetan waren. Ließen sich in den bisherigen Geschichten offensichtliche Parallelen zwischen den Hauptpersonen und deren Schöpferin erahnen, so hat der Leser nun die Gewissheit. Schließlich gewährt die Journalistin und Schriftstellerin ganz direkte und mitunter auch sehr familiäre Einblicke in ihr Leben, das bewegter ist, als sie in ihrer Bescheidenheit zugestehen möchte. Man erfährt etwa, wie Vater Hugo dem Schulmädchen Marianne im Keller beibrachte, sich gegen aufmüpfige Jungs zur Not mit einen linken Haken zu wehren. Oder, dass Fredriksson bei den Schreibarbeiten zum Roman Eva jeden Morgen bereits um vier Uhr aufstand, um deren Reise in die (eigene) Kindheit fortzusetzen. Und — hört, hört! — dass sie mehr an lang anhaltende Freundschaften glaubt als an die große Liebe zu einem Mann.

So erhaben ihre philosophischen Bilder mitunter erscheinen, die fotografischen Bilder gehören gewiss nicht zu den spektakulärsten, ungewöhnlichsten, avantgardistischsten ihrer Art. Meist sind es ganz einfache Objekte wie fischende Männer am Fluss, ein mit Blumen bewachsener Gartenzaun oder ein liebevoll gedeckter Esstisch, die in den nach Jahreszeiten aufgeteilten Kapiteln zu bewundern sind. Diese Beschaulichkeit darf aber keineswegs mit Langweiligkeit verwechselt werden. So ist eben Fredrikssons Schweden und für diese Anschauung und dieses Buch kann man ihr wahrlich danken. –Patricia Faber / Amazon

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