Kent: Isola

CD des Monats Bands wie diese forden kontroverse Reaktionen geradezu heraus. Vor allem der Bierernst, mit dem Kent den Sound der 80er Jahre zelebrieren, wird die Geister scheiden. Mächtig anschwelllende oder sanft kreisende Gitarren, ein heftigst röhrender Sänger, melancholische Tastenklänge – wer den britischen Wavepop derart distanzlos adaptiert wie dieses schwedische Quintett, ist hoffnungslos anachronistisch. Oder er lebt irgendwo hinterm Mond – oder in Eskilstuna (was ungefähr das gleiche sein dürfte). Das Quintett aus diesem schwedischen Industriestädtchen watet auf seinem dritten Album knietief in den Fußspuren von Genre-Helden wie den frühen U2 oder Echo & The Bunnymen – und macht seine Sache dabei freilich verdammt gut: Mit höchster emotionaler Wucht werfen sich Sänger und Gitarrist Joakim Berg und seine Kumpels in ihre dramatischen Songs – hymnischer als auf „Isola“ klang ein solcher Sound lange nicht mehr. Diese inbrünstige Performance brachte Kent daheim bereits zwei Goldene Schallpatten ein. Mit der ersten englischsprachigen Aufnahme soll nun das Ausland erobert werden – mit besten Chancen. Songs wie „If You Were Here“ mit dynamischen Gitarren und sehnsüchtigem Refrain oder das fulminante, sich in weiten Instrumentalschleifen himmelwärts schraubende Finale „747“ sollten auch hierzulande nicht ungehört bleiben.
© Stereoplay / Amazon

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