Lindgren, Astrid: Tomte Tummetott


Astrid Lindgrens Bilderbuch Tomte Tummetott mit Illustrationen von Harald Wiberg ist seit seinem Erscheinen 1960 zum Kinderbuchklassiker avanciert. Tomte ist ein kleiner, uralter Wichtel mit roter Zipfelmütze und langem Rauschebart, der auf einem abgelegenen Bauernhof lebt. Nachts wacht er über die Tiere und Menschen, spricht ihnen im kalten Winter Mut zu und erzählt ihnen vom bald nahenden Frühling: „Viele Winter und viele Sommer sah ich kommen und gehen. Geduld nur, Geduld! Der Frühling ist nah“. Kein Mensch hat den Wichtel je gesehen, aber am Morgen kann man seine Fußspuren im Schnee finden.
Vorbild für Lindgrens Geschichte war das Gedicht „Tomten“ („Das Wichtelmännchen“) des Romantikers Victor Rydberg aus dem Jahr 1881. In Lindgrens Heimat Schweden sind Wichtel wichtiger Bestandteil der Sagenwelt und jedes Kind kennt sie. Wichtel sind die guten Seelen des Haushalts, die für Menschen fast nie sichtbar im Verborgenen ihr Gutes tun.

Lindgren erzählt die alte Sage von den guten Wichtelgeistern in wenigen poetischen Sätzen. Die ganzseitigen Abbildungen von Harald Wiberg hauchen dieser versunkenen Märchenwelt Leben ein und lassen eine traumhafte Atmosphäre entstehen. So übermittelt dieses Buch eine wohlige Ruhe und Geborgenheit, die besonders Kleinkinder beim abendlichen Vorlesen lieben. Fazit: Eine schöne und stimmungsvolle Bilderbuchgeschichte, die sich besonders gut zum Vorlesen für Kinder zwischen zwei und vier Jahren eignet — nicht nur an langen Winterabenden. — Alexandra Plath
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