Marklund, Liza: Studio 6


Krimis aus Skandinavien erfreuen sich bei deutschen Lesern großer Beliebtheit — und das nicht erst seit den Bestsellererfolgen von Henning Mankell. Schwedens jüngste Erfolgsautorin heißt Liza Marklund. Im letzten Jahr sorgte die junge Autorin mit ihrem Krimidebüt Olympisches Feuer für einige Aufregung. In Schweden gewann sie zwei wichtige Preise und wurde zur „neuen Kultfigur“ (Der Spiegel). Auch in Deutschland gewann ihre menschliche und sympathische Heldin Annika, eine Journalistin, die Herzen der Leser.
Nun erscheint Marklunds zweiter Annika Bengtzon-Krimi Studio 6, der Annika in ihren jungen Jahren zeigt, am Anfang ihrer journalistischen Karrierre in Stockholm. Während ihrer Urlaubsvertretung in der Lokalredaktion des „Abendblatts“ wird die Leiche einer jungen Frau auf dem jüdischen Friedhof mitten in Stockholm gefunden. Das Mordopfer Josefine arbeitete in einem Sexclub, dem „Studio 6“. Der Mordfall weitet sich schließlich zum Skandal aus, als herauskommt, dass der schwedische Außenminister in den Mordfall verwickelt sein könnte.

Annika treibt ihre Recherchen hartnäckig voran, doch in der Zeitungsredaktion stößt sie auf wenig Verständnis und Anerkennung. Ständig rennt sie gegen Mauern, kämpft gegen Mobbing, Intrigen und Diskriminierung — keine schöne Erfahrung! Schließlich sieht Annika sich gezwungen, ihre Recherchen eigenmächtig voranzutreiben. Dabei bringt sie einiges ans Tageslicht: geheime Machenschaften und Intrigen der Medienwelt; alte Geheimdienstdokumente, die mitten im Wahlkampf auftauchen; Politiker, die ihre Rechnung in einem Pornoclub mit öffentlichen Geldern begleichen, etc. Das alles liest sich sehr spannend und ist sorgfältig recherchiert. Gegen Ende nimmt der Roman allerdings eine Wende, die die gesamte Handlung in ein neues Licht rückt. Die Frage, wer hier eigentlich Opfer ist, stellt sich neu. Ob jeder Leser mit diesem Ende glücklich ist, sei dahin gestellt.

Ähnlich wie Henning Mankell legt Marklund die Missstände der schwedischen Gesellschaft gnadenlos offen. Und: Der Leser erhält spannende Einblicke in den Medienbetrieb. Wer sich für die Medienlandschaft der 90er-Jahre interessiert, wird an diesem Buch seine Freude haben. Die Heuchelei und Profilierungsneurosen im so genannten seriösen Journalismus, der Kampf um die Story und die daraus resultierenden Machtkämpfe und Intrigen werden schonungslos dargestellt. So liest sich Studio 6 teilweise wie eine spannende Reportage, der man auch hierzulande viele Leser wünscht. –Alexandra Plath / Amazon

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