Enquist Per Olov

Enquist, Per Olov: Auszug der Musikanten

In >Auszug der Musikanten< erzählt Enquist von den Schicksalen der Familie Markström, die im Dorf Hjoggböle in Nordschweden leben, wo Enquist selber aufgewachsen ist. Die Welt zu Anfang des 20. Jahrhunderts ist geprägt von großen sozialen Veränderungen. Als der sozialdemokratische Agitator Elmblad „das finstere Land im Norden“ bereist und für den Sozialismus wirbt, trifft er auf eine Mauer der Abwehr bei den Menschen aus Hjoggböle, die empört verneinen Opfer zu sein. Ein tragikomischer Roman, der das Recht des Einzelnen auf seine Sicht des Lebens verteidigt. Amazon

Enquist, Per Olov: Das Buch der Gleichnisse

EnqvistEin bewegender Roman von Per Olov Enquist. „Das Buch der Gleichnisse“ wird von der Kritik als das „persönlichste“ Buch des Autors beschrieben, als „ein Liebesroman, wie wir ihn noch nie gelesen haben!“  Der Erzähler der Geschichte bekommt einen verbrannt geglaubten Notizblock mit Liebesgedichten seines Vaters zugeschickt. Neun Seiten fehlen. Sie werden zum Anstoß, der Frage nach dem Wesen der Liebe auf den Grund zu gehen. Und endlich von der Frau vom Larssonhof zu erzählen, die ihn in die körperliche Liebe einweihte – er fünfzehn und sie einundfünfzig…

Das Buch der Gleichnisse handelt davon, wie all dies zusammenhängt: die Liebesgedichte des Vaters, das Erweckungserlebnis der Liebe und die puritanische Sexualmoral der Erweckungsbewegung in Schweden.

Originaltitel „Liknelseboken“, übersetzt ins Deutsche von Wolfgang Butt.

Carl Hanser Verlag, 224 Seiten

Enquist, Per Olov: Der Besuch des Leibarztes

Als der dänische Kronprinz Christian 1766 16-jährig zum König ausgerufen wurde, war er bereits geisteskrank. Nicht von Geburt, nein — er war von seinen Ausbildern psychisch gefoltert worden. Das war die spezifisch dänische Methode, sich mit dem Absolutismus zu arrangieren, denn wenn der König arbeitsunfähig war, delegierte er die Macht zwangsläufig an seine Beamten. Und da diese durchaus gern regierten, wurden Thronfolger schon einmal systematisch in den Wahnsinn getrieben, so funktionierte das System. Doch als Christians Leibarzt, der eigens eingestellt worden war, um allzu peinliche Auftritte des „kleinen kranken Königs“ zu verhindern, sich in die junge Frau des Herrschers verliebt, droht der Staatsapparat zusammenzubrechen. Der Arzt wird zum mächtigsten Mann am dänischen Hof und initiiert eine kleine Revolution.
Die für ihre Hörspielproduktionen zu Recht gerühmten Rundfunkanstalten NDR und SWR haben sich an eine szenische Bearbeitung von Enquists großem Roman über die tiefen Zusammenhänge von Liebe und Macht gewagt, und das mit Erfolg: Die mit namhaften Sprechern wie Ulrich Matthes, Felix von Manteuffel und Jutta Hoffmann aufgenommene Produktion haucht nicht nur diesem eigentümlichen Kapitel der dänischen Geschichte Leben ein, sondern schafft es auch, die herrlich schlichte, stellenweise fast naive Sprache der Romanvorlage auf denkbar gelungene Weise zu übernehmen. Auch wenn gut zwei Stunden Hörspiel natürlich nie alles transportieren können, was 350 Seiten Roman vorlegen, und Leser des Romans deshalb sicher die eine oder andere lieb gewonnene Episode vermissen werden, ist diese Produktion für sich genommen doch ein schönes Kleinod. –Christoph Nettersheim
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Enquist, Per Olov: Der fünfte Winter des Magnetiseurs

Einmal erscheint dem Scharlatan, Betrüger und „Magnetiseur“ Friedrich Meisner im Schlaf sein großes medizinisches Vorbild Paracelsus. „Du liest meine Schriften“, sagt Paracelsus, „aber du verstehst sie nicht. Du bist deiner Vision verpflichtet. Es ist deine Pflicht, sie nicht mit der Wirklichkeit zu verwechseln“. Der Traum ist eine Art Vision in der Vision: typisch für Per Olov Enquists neuen Roman Der fünfte Winter des Magnetiseurs, in dem die Ebenen zusehens verwischen und nie etwas so klar ist, wie es zunächst scheint.
Anhand von fiktiven „Dokumenten“, Augenzeugenberichten und Tagebuchnotizen erzählt Enquist vom seltsamen Aufstieg und Fall des Wunderheilers Meisner, der im 18. Jahrhundert gegen die „objektiven“ Erkenntnisse der damaligen Naturwissenschaft rebelliert und so vom „Regenmacher“ und dörflichen Schweineheiler zum Hoffnungsträger und Hassobjekt einer ganzen Stadt avanciert. Und er erzählt von einem Mann, der seine Visionen immer mehr mit der Realität verwechselt — bis er zum Opfer seiner eigenen Ausstrahlung wird und der „fünfte Winter“ seinem Tun ein Ende setzt.

In Enquists Roman geht es vor allem um die Macht des Glaubens an allerlei Wunderkräfte. Aber es geht auch um das Vertrauen in die Kraft der Sprache: Was nicht geschrieben wurde, heißt es des Öfteren, das hat es nie gegeben. „Es ist unmöglich, über die vielen Dokumente, die es über Friedrich Meisner gibt, Rechenschaft abzulegen“, notiert dem entsprechend eine Schlussbetrachtung, „sie sind durch diesen Roman erst eigentlich geschaffen worden, und sie haben mit diesem Roman aufgehört zu existieren“. So ist auch nach der Leküre von Der fünfte Winter des Magnetiseurs nur eines sicher: Dass nämlich Enquist, der bereits mit Der Besuch des Leibarztes brillierte, der eigentliche Zauberer ist; ein Hypnotiseur des Wortes, der einfach wundervoll erzählen kann. –Thomas Köster / Amazon

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