Fredriksson Marianne

Fredriksson, Marianne: Hannas Töchter

Als Anna ihre fast 90jährige Mutter Johanna im Pflegeheim besucht, ist diese nicht mehr ansprechbar. Anna ist zugleich traurig und wütend. So viele Fragen möchte sie noch stellen, so vieles möchte sie noch wissen über das Leben ihrer Mutter Johanna und ihrer Großmutter Hanna. Wie ist es gewesen vor fast 100 Jahren auf dem Land, als Hanna mit ihrem unehelichen Sohn Ragnar den Müller Broman heiratete? Wieso konnte sie sich später nie an das Leben in der Großstadt Göteborg gewöhnen? Wie hat sich ihre Mutter gefühlt, als der Vater starb, und warum hat sie niemals rebelliert gegen ihr tristes Hausfrauendasein? Jetzt ist es zu spät, all diese Fragen zu stellen. Anna – Tochter und Enkelin – begibt sich allein auf die Reise durch das Leben ihrer Mutter und Großmutter und findet mit Hilfe ihrer Aufzeichnungen Zugang zum Leben ihrer Vorfahren und vor allem auch zu sich selbst. In ihrem Drang, Fragen an die Frauen zu stellen, die sie geprägt haben, liegt der Wunsch, das Mutter-Tochter-Verhältnis und insbesondere auch ihr eigenes Verhältnis zu Männern zu entschlüsseln. »Was wollte ich mit dieser Reise durch drei Frauenleben? Wollte ich nach Hause finden?« Marianne Fredriksson hat ein spannendes Buch über die Liebe geschrieben, in dem sie die drei einprägsamen Lebenslinien von Anna, Hanna und Johanna durch 100 Jahre schwedische Geschichte nachzeichnet. Amazon

Fredriksson, Marianne: Inge und Mira

In Inge und Mira hat die schwedische Autorin Marianne Fredriksson die Geschichte zweier unterschiedlicher Frauen in den Mittelpunkt gestellt. Ein Rezept, das sich bereits bei ihrem Bestseller Hannas Töchter bewährte.
Bei einem Gärtnereibesuch begegnen sich die Schwedin Inge, Schriftstellerin, und die Chilenin Mira, die seit dem blutigen Militärputsch Pinochets ihrem Land den Rücken gekehrt hat. Beide haben die Lebensmitte überschritten, ihre Kinder sind groß und sie sind von ihren Männern geschieden. Es ist an der Zeit, dass sie ihr Leben ordnen. Die bislang praktizierten Verdrängungsmechanismen funktionieren bei beiden nicht mehr. Inge wird durch eine Ansichtskarte ihres geschiedenen Mannes mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Als sie ihren Töchtern davon erzählt, ist sie erstaunt, in welchem Licht sie ihren Vater sehen. Inge hat nicht gewusst, dass er versuchte, die Mädchen zu missbrauchen. Die temperamentvolle Mira ist, als Pinochet in Chile die Macht ergreift, mit einem linken Revolutionär verheiratet. Obwohl sie keinerlei Informationen besitzt, wurden sie und ihre Tochter gefoltert und vergewaltigt.

Inge und Mira lässt sich allerdings nicht mit den bisherigen Romanen Marianne Fredrikssons vergleichen. Während zu Beginn die Geschichte und die agierenden Personen noch glaubhaft erscheinen, werden sie mit fortschreitender Handlung immer grober gezeichnet. Die psychischen und physischen Verletzungen sind aneinander gereihte Grausamkeiten, die alle erdenklichen Schrecken beinhalten, aber nur notdürftig zusammengezimmert sind. Hier fehlt das schriftstellerische Feingefühl, das sorgfältige Ausloten der unterschiedlichen Biografien. Schade um das interessante Thema. –Manuela Haselberge / Amazon

Fredriksson, Marianne: Lillemors Rätsel

Lillemors freudige Erregung während eines Waldspaziergangs zur Zeit der Buschwindröschen schlägt in Entsetzen um, als sie unter einer Fichte die Leiche einer ermordeten Frau findet. Die Tote sieht Lillemor ähnlich, wie ein Abbild ihrer Selbst als junge Frau.

Fredriksson, Marianne: Marcus und Eneides

Die Geschichte liest sich fließend und spannend, sie entführt in die so unterschiedlichen Lebens- und Denkweisen der römischen, griechischen und ägyptischen Welt zu Beginn unserer Zeitrechnung. Und die Geschichte rührt an. Ein in die Philosophie, Götter- und Dämonenwelt dieser Zeit eingewobenes Familienschicksal, das über Generationen hinweg 470 Seiten füllt. Aber: An die bemerkenswerten Erfolge von Simon oder Hannas Töchter wird dieser Roman von Marianne Fredriksson wohl nicht herankommen. Zu langatmig sind viele Passagen, die sich weit vom eigentlichen Faden der Geschichte entfernen, da klafft stellenweise etwas auseinander, da gibt es Brüche. Dennoch, spannend sind beide Ebenen: die der Auseinandersetzung mit den Glaubens-, Kultur- und Geistesströmungen der Zeit um Christi Geburt und die eigentliche Handlung, die von Marcus und Eneides erzählt.
Es sind zwei Jungen, beides Söhne des römischen Offiziers Salvius. Der macht aus seiner höchst unglücklichen Ehe zu Cornelia keinen Hehl, ebenso wenig aus seiner heftigen Liebe zu Seleme, einer Sklavin. Beide Frauen werden schwanger, Seleme zieht Marcus und Eneides als Amme groß — bis die Götter, das Schicksal und die Autorin ganz anderes, natürlich viel Dramatischeres im Sinn haben. Seleme wird verkauft und Anjalis, der Chaldäer und Sohn des Balthasar ( der „dem neuen König Geschenke“ darbringt), wird zur Leitfigur des Romans, zum Betreuer und Erzieher der beiden Jungen. Und irgendwie sind alle auf der Suche nach etwas, nach Liebe, nach Rache, nach Erkenntnis und Überzeugung, nach der Heimat ihrer Seele.

Egal aber, ob nun beim Zeus oder Jupiter: Genüssliche und einnehmende Lesestunden sind auch bei diesem Roman der schwedischen Autorin garantiert. –Barbara Wegmann / Amazon

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