Nesser Håkan

Nesser, Håkan: Die Frau mit dem Muttermal

Zwei Männer sind tot. Auf brutale Weise ums Leben gekommen. Mit vier Schüssen niedergestreckt, zwei in die Brust und zwei in den Unterleib. Zweifellos handelt es sich um denselben Täter, aber ansonsten tappen Inspektor Van Veeteren und seine Leute im dunkeln. Die neue Freundin des Kollegen Reinhart meint, es müsse sich um eine Mörderin handeln, um eine in ihrer Ehre beleidigte Frau, das schließt sie aus den Schüssen in den Unterleib. Die Theorie klingt spannend, führt aber zunächst auch nicht weiter. Dann stellt sich heraus, daß die beiden Toten zusammen beim Militär waren und vor dreißig Jahren gemeinsam ihre Offiziersprüfung ablegten. Kann das eine Spur sein? Von den damals dreiunddreißig Offiziersanwärtern leben noch einunddreißig, fünf davon im Ausland. Die Befragungen verlaufen ergebnislos, doch zwei der Männer begreifen sehr wohl, daß auch sie gefährdet sind. Bald kommt auch Van Veeteren dahinter. Kann er die nächsten Morde verhindern? Amazon

Nesser, Håkan: Die Schwalbe, die Katze, die Rose und der Tod


Seit dem Tod ihres Vater lebt die 16-jährige Monika Kammerle in bescheidenen Verhältnisen. Erst als ihre manisch-depressive Mutter den charmanten und kultivierten Benjamin mit nach Hause bringt, kommt etwas Licht in das triste Leben des vereinsamten und empfindsamen Mädchens. Eines Abends ist Monika mit dem Liebhaber ihrer Mutter jedoch allein, und es beginnt eine unheilvolle Dreiecksbeziehung, deren Abgründe dem unerfahrenen Mädchen nur nach und nach bewusst werden. Einzig einem Priester vertraut sie sich an — da ist es allerdings bereits zu spät.
Unterdessen verbringt Van Veeteren in der gleichen Stadt einen sehr vergnügten Lebensabend als Inhaber einer kleinen Buchhandlung. Ärgerlich nur, dass ihn seine ehemaligen Kollegen hartnäckig mit Hauptkommissar anreden. Dann schneit auch noch ein junger Priester herein und will unbedingt in einer dringenden Angelenheit mit ihm reden. Van Veeteren vertröstet den Geistlichen auf die Zeit nach seinem Urlaub, doch da ist dieser bereits tot. Und als der pensionierte Kommissar eines Morgens die Katze seiner Freundin dabei beobachtet, wie diese genüsslich einer in die Wohnung geflatterten Schwalbe den Garaus macht, ist es mit seinem friedlichen Lebensabend vorbei. Van Veeteren folgt der Fährte des mysteriösen Frauenmörders, der als Spur nur literarische Zitate hinterlässt.

Durch die minimalistische, atmosphärisch dichte Erzählweise fesselt der neue Roman des erfolgreichen schwedischen Krimiautors von der ersten Seite an. In Van Veeterens neuestem Fall geht es weniger um die Denksportaufgabe „Wer ist der Mörder“, als um die Schilderung eines genialen Psychophaten und seiner Opfer: Wieder und wieder geht der Unbekannte Beziehungen ein, die am immer gleichen Punkt in einer Katastrophe enden. Da er im Leben seiner weiblichen Opfer kaum Spuren hinterlässt, bietet sich den ermittelnden Beamten keine Auswahl von Verdächtigen, ein schier unlösbare Aufgabe für Van Veeteren, Münster und Moreno. Die Jagd auf die dürftigen Hinweisen führt durch ein Kaleidoskop menschlicher Großstadt-Existenzen, in deren sozialer Verarmung der Mörder leichtes Spiel hat. Packende, intelligente Unterhaltung, die für Nesser-Fans zudem ein Wiedersehen mit vielen lieb gewordenen Bekannten bietet. –Birgit Will / Amazon

Nesser, Håkan: Himmel über London

NesserSie erreichen London um 16.50 Uhr an der Paddington Station. Der fast 70jährige Leonard Vernim und seine amerikanische Lebensgefährtin Maud. Leonard ist schwerkrank – und Maud ist besorgt. Und zwar mehr, als es die Lage sowieso schon erfordern würde. Irgend etwas Geheimnisvolles geht vor sich, irgendetwas verschweigt ihr Leonard. Ein großes, wahrscheinlich letztes Geburtstagsfest hat er geplant. Auch ihre beiden Kinder aus erster Ehe sind eingeladen – die neurotische Irina, der ständig an Geldmangel leidende Gregorius. Sowie zwei mysteriöse Gäste, deren Namen sie nicht kennt. Gleichzeitig geht ein Serienmörder in der Stadt um – es braut sich etwas zusammen unter dem Himmel von London.

„Himmel über London“ ist der jüngste Roman von Håkan Nesser und kam auf deutsch ganz aktuell am 11. November 2013 auf den Markt. In Schweden erschien das Original „Himmel över London“ bereits 2012. Die Geschichte steht für sich, – das Buch gehört keiner von Håkan Nessers Serien an. Die Kritik in Schweden schreibt: „Man kann den Roman, je nachdem wie man ‚Himmel über London‘ liest, als eine Geschichte über Liebe, Einsamkeit oder Spionage verstehen. Aber eigentlich will diese Erzählung (…) die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fiktion verwischen.“

Übersetzung von Christel Hildebrandt

btb-Verlag, 576 Seiten

Nesser, Håkan: Kim Novak badete nie im See von Genezareth


Erik und Edmund, beide 14 Jahre alt, verbringen ihre Sommerferien an einem See in Schweden. Henry, Erics älterer Bruder, beginnt eine Affäre mit Ewa, jener umwerfend schönen jungen Frau, die Kim Novak so sehr ähnelt und eigentlich leider schon vergeben ist. Eines Tages findet man die Leiche von Ewas Verlobtem.
Ein Buch, das man leicht und flott durchliest; da passiert über lange Strecken gar nichts sonderlich Aufregendes, auf einen Krimi Deutendes. Dafür stimmungsvolle Sommertage am idyllischen See, ein altes Haus mit Namen Genezareth. Ferienidylle eben. Probleme, pubertäre Wünsche und Fantasien von 14-Jährigen. Kindheitsgeschichten eben. Alles so normal, so vorstellbar, so alltäglich. Und dann kommt sie: Ewa, Kim Novak wie aus dem Gesicht geschnitten. Alle macht sie verrückt, das hormonelle Leben in der kleinen Gemeinschaft gerät in den Schleudergang. Eifersucht und Imponiergehabe, Rivalitätsgefühle und Hengstmanieren bringen die ruhige Sommeridylle gehörig auf Trab. Auch das normal, vorstellbar, alltäglich. Und dann, schon geahnt und angedeutet, aber doch erst weit in der zweiten Buchhälfte: ein Mord, brutal, ohne jede Spur. Wie ein Paukenschlag.

Es wäre kein Håkan-Nesser-Buch, wenn da nicht doch noch der Hammer käme — spät, aber genial, eingebettet in eine tiefe psychologische Kenntnis der Situation, die man sich bis dahin äußerst lesewillig und -süchtig erworben hat. „Mich interessiert der … Hintergrund der Verbrechen. Die Motive“, sagt Nesser, der erklären möchte, „warum die Dinge passieren“. Mord, Ermittlung, Täter, Strafe? Nein, dieser Schablone folgt Nesser, der so poetisch, eigenwillig und individuell schreibt, natürlich nicht. Erst nach langen 25 Jahren wird der Icherzähler Erik noch einmal mit dem Mord konfrontiert. –Barbara Wegmann / Amazon

Seite 4 von 512345

© 2002 - 2018 Schwedenstube by Karsten Piel All Rights Reserved