Romane und Krimis

Andersson, Lena: Unvollkommene Verbindlichkeiten

Andersson„Olof und Ester waren wie zwei Zahnräder. Zahnräder verwachsen nicht miteinander. Sie treiben einander lediglich an. Leider funktioniert das Ganze auch mit drei Zahnrädern, rein mechanisch geht das sogar hervorragend.“

Nichts ist komplizierter als die Beziehung zwischen Mann und Frau. Das muss auch Ester Nilssons feststellen, Mitte dreißig und von Beruf Journalistin und Dichterin. Fünf Jahre sind vergangen seit ihrer unglücklichen Liebesbeziehung mit dem Künstler Hugo Rask, und Ester hat sich vorgenommen, dass ihr so etwas nie mehr passieren wird: einen Mann zu lieben, der sich nicht festlegen und ganz zu ihr bekennen will. Dann trifft sie bei einer Theaterprobe den Schauspieler Olof und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Olof macht kein Geheimnis daraus, dass er verheiratet ist. Trotzdem trifft er Ester. Die beiden gehen eine Beziehung ein, von der Olof behauptet, es sei keine. Er hat schließlich nicht vor, seine Frau zu verlassen. Also worauf wartet Ester?

Leicht sperrige Titel, die aus der Behördensprache zu stammen scheinen, zeichnen die Literatur von Lena Andersson aus. Nach => „Widerrechtliche Inbesitznahme“ erscheint nun „Unvollkommene Verbindlichkeiten“ (im Original: „Utan personligt ansvar“). Wieder geht es um komplizierte Beziehungen und Gefühlswelten.

Anderssons erster Roman war ein sensationeller Erfolg und wurde mit dem renommierteten Literaturpreis Schwedens, dem August-Preis, ausgezeichnet. Lena Andersson lebt als Journalistin und Autorin in Stockholm, wo sie sich einen Namen als streitbarste zeitgenössische Kritikerin des Landes gemacht hat.

Verlag: Luchterhand Literaturverlag, 384 Seiten.

Anyuru, Johannes: Ein Sturm wehte vom Paradies her

sturmEin junger Mann wird in einem unterirdischen Raum irgendwo in Ostafrika vernommen. Noch vor Kurzem sollte er Kampfpilot in der ugandischen Luftwaffe werden. Doch dann, wenige Monate vor seinem Examen, kommt es in Uganda zum Staatsstreich. Idi Amin ergreift die Macht. Sein Regime wird zu einem der blutigsten des afrikanischen Kontinents werden. Und genau in diesem Moment trifft der junge Mann eine folgenschwere Entscheidung: Er wird nicht zurückkehren ins mörderische Uganda, obwohl es ihm befohlen wird. Er wird zu einem Vertriebenen, einem Flüchtling, dessen Leben auch in Schweden, wohin es ihn zum Schluß verschlägt, durch Einsamkeit und Heimatlosigkeit gezeichnet ist.

Johannes Anyuru hat einen fesselnden, berührenden Roman über seinen Vater geschrieben, – und darüber, wie ein Mensch von den Stürmen der Geschichte erfasst und gezwungen werden kann, alles zu riskieren, um dem Tod zu entfliehen. Ein wichtiges Buch, das zeigt, was manche Menschen und Flüchtlinge, die unsere neuen Nachbarn sind, wirklich erlebt und durchgemacht haben.

Anyurus Roman „Ein Sturm wehte vom Paradies her“ ist unter anderem für den schwedischen Literaturpreis „Augustpris“ nominiert worden. Er stand auf Platz der Kritikerliste von „Dagens nyheter“ und wurde bereits in sieben Sprachen übersetzt.

Luchterhand Literaturverlag, 288 Seiten.

Åsbacka, Robert: Das zerbrechliche Leben

Seit seine Frau Siri vor zwölf Jahren bei einem Schiffsunglück starb, stellen sich Thomasson viele Fragen. Wäre alles anders gekommen, wenn er sie damals nicht betrogen hätte? Oder er auf jenem Schiff nach Schweden mitgefahren wäre? Über seinen Schuldgefühlen hat er den Umgang mit anderen Menschen fast verlernt. Bis der Eigenbrötler eines Tages einem kleinen Jungen hilft, der von Gleichaltrigen schikaniert wird. Endlich tritt der alte Mann wieder in Kontakt mit der Welt und findet noch einmal ins Leben zurück. Asbackas warmherziger Roman handelt von der Zerbrechlichkeit der menschlichen Existenz, der Liebe und dem Alter – und spürt den großen existenziellen Fragen am Ende des Lebens nach.

Astrid Lindgren: Erinnerungen an eine Jahrhundertfrau

Astrid LindgrenIn diesem Buch teilt Sybil Gräfin Schönfeldt persönliche Erinnerungen an Astrid Lindgren, die „Jahrhundertfrau“. Die ehemalige ZEIT-Redakteurin Schönfeldt, Jahrgang 1927, traf Astrid Lindgren mehrmals persönlich und erinnert sich an intensive Begegnungen mit der berühmten schwedischen Autorin. Ihr ungewöhnlicher Lebensweg vom Bauernmädchen aus Småland zur weltbekannten und politisch engagierten Kinderbuchautorin wird einfühlsam geschildert. Es ist ein Portrait und ein sehr persönlicher Blick hinter die Kulissen eines bewegten Lebens. Denn die Vita dieser Ausnahme-Autorin trägt fast ebenso märchenhafte Züge wie ihre fantastischen Geschichten.

Verlag: Ebersbach & Simon, 160 Seiten

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