Steinfeld Thomas

Steinfeld, Thomas: Wallanders Landschaft


„Und offen ist dieses Land wie kein anderes“, schreibt Schweden-Kenner und Journalist Steinfeld in seiner Liebeserklärung an Schonen, jener südschwedischen Landschaft, die Mord und Verbrechen so bekannt machten. Aber Schonen ist viel mehr als nur ein Leichenfundort an der Ostsee.
Henning Mankell beschreibt Schonen im Vorwort als ein weit geöffnetes Fenster. Ein Grenzland sei es, auch ein Flüchtlingsland, „durch Geographie allein nicht zu erfassen“. Wahrhaftig nicht, wie 150 Seiten zeigen: Schillernd sind die vielen Dimensionen, in denen Landschaft, Menschen und Geschichte dargestellt werden. Wie ein Mosaik nimmt eine Region allmählich Gestalt an.

Wunderschöne atmosphärische Beschreibungen, getextete Augenblicke, die den versteckten Reiz hinter nordisch kühler Fassade sehen. Dazu so bebildert, dass es Spaß macht, gedanklich auf Reisen zu gehen. Es ist kein Reiseführer, auch kein Geschichts- oder Geografiebuch, aber von allem etwas. Und es ist nicht das Ergebnis fleißig zusammengetragener Fakten und Daten, vielmehr das sensible Nachempfinden von Natur — und das philosophische Verstehen der Menschen, die in ihr leben — kurz: etwas ganz Besonderes.

Kleine Geschichten, weit ausholend, wie die Landschaft: Rilke schwärmte hier für die Einsamkeit, Nils Holgersson ist hier geboren, Selma Lagerlöff schrieb in Schonen seine Geschichte zu Ende. Und auch August Strindberg kommt häufiger nach Ystad in Schonen und schreibt seinem Freund: „Haben Sie irgendeine Ahnung, welche Mächte mich hierher trieben?“

Klar: Ohne den außerordentlich großen Erfolg der Wallander-Krimis gäbe es dieses Buch nicht, hätte die Landschaft, in der ein Kommissar Sorgen los wird und über Beziehungskisten nachdenkt, niemanden großartig interessiert. Doch bei der Lektüre des Buches wird klar, welches Glück es war, dass Mankell diesen Anstoß gab. Amazon

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