Willemark, Lena

CDs von Lena Willemark

Willemark, Lena: Agram

target=blankFolklore gehört ins Museum? Folklore ist musikalische Selbstvergewisserung für zivilisationsferne Rauschebärte? Keineswegs, und schon gar nicht bei Lena Willemark und Ale Möller. Das skandinavische Duo zieht aus den Wurzeln der in unseren Breiten noch viel zu wenig bekannten, faszinierenden Nordland-Folklore die Inspirationen für eine lebhaft atmende Akustik-Musik, deren Grenzen so ungreifbar sind wie der gedankliche Horizont phantasiebegabter Geister. Vor zwei Jahren begeisterten der Multiinstrumentalist Möller – in Malmö geborener Sohn eines dänischen Vaters und einer norwegischen Mutter – und die singende sowie Violine spielende schwedische Försterstochter Lena Willemark mit ihrer ersten ECM Produktion „Nordan“ (ECM 1536, siehe stereoplay 10/94). Nun setzen die beiden ihre Reise energisch fort. Auf „Agram“ schweifen sie mit ihrem „Nordan Project“ (in dem der alte ECM-Vasall Palle Danielsson den „Double Bass“ zupft) hinaus, um die Harmonik des Nahen Ostens, die Gesangstechniken des Balkan, die Rhythmik Lateinamerikas, die süffige Melodik keltischer Siedlungsgebiete zu entdecken – und doch bleiben ihre regionalen Bezüge immer nachvollziehbar. Mehr als die Hälfte der Stücke wurden von Möller/Willemark selbst komponiert, teils auf der Basis überlieferter Texte. Sie unterscheiden sich aber kaum von den sechs echten „Traditonals“ dieser CD, die der Hörer nur identifiziert, wenn er im Booklet die Kompositions-Credits nachliest. Souverän vermittelte ECM-Produzent Manfred Eicher zwischen interpretatorischem Ernst und Improvisation. Hier half ihm gewiß seine Regie-Erfahrung in Jazz wie E-Musik, auch seine genaue Kenntnis von Land und Leuten. Und in Jan Erik Kongshaug hatte er einen Ingenieur zur Seite, der die Facetten dieser Nordland-Reise tontechnisch meisterhaft einfing. Wer bei Jan Garbareks Folk-Exkursionen Feuer gefangen hat, erhält hier eine Lektion für Fortgeschrittene. ** Klang.: 09-10
© Stereoplay / Amazon

1. Syster Glas (Sister Glass)
2. Agram (The Wild Oats)
3. Sasom Fagelen (As A Bird)
4. Fastän (Although)
5. Björnen (The Bear)
6. Samsingen (The Ballad Of Samsingen)
7. Per Andsu lietjin (The Per Andsu Tune)
8. Josef fran Arimatea (Joseph Of Arimathea)
9. Lager och Jon (The Ballad From Lager And John)
10. Blamairi (The Blue Moor)
11. Slängpolskor (Fling Dances)
12. Elvedansen (The Dance Of The Fairies)
13. Simonpolskan (Simon’s Tune)

Willemark, Lena: Frifot

Ein durchdringende, markerschütternden Frauenkopfstimme tönt aus den Lautsprechern — ein Tierlockruf –, dann beruhigt der rauhe, eintönige Streicherklang einer Bassgeige wieder, er trägt die seltsam fremde, doch warme Flötenmelodie. Heiß und kalt, schrill und beruhigend, hell und dunkel. Solche Gegensätze versetzen den Hörer in eine tranceartige Stimmung. Die CD Frifot ist mittlerweile das dritte Produkt der Folksängerin Lena Willemark und des vielseitigen Instrumentalisten Ale Möller. Dieses Mal werden sie von Per Gudmondson an Dudelsack und Bassgeige unterstützt. Mit Fiedel, keltischer Harfe und Dudelsack wird aus schwedischem Volksgut, das teilweise noch aus dem düsteren Mittelalter stammt, schwedische Folkmusik gemacht. So zumindest bezeichnet Ale Möller diesen unverwechselbaren Stil, der aus traditionellem Material, aber auch aus jazzigen Einflüssen und aus viel Improvisation besteht. Die Improvisation findet durchaus auch noch während der Aufnahmen im Tonstudio statt, um die Musik frisch und lebendig zu halten.
Obwohl auch schnellere, tanzartige Stücke wie zum Beispiel „Kolarpolskan“ mit virtuos gespielten Fiedeln vorkommen, klingt es nie voll vergnügter Lebenslust. Kühl, distanziert wie eine Spiegelung in kristallklarem, eiskaltem Wasser wirken die Stücke, schön und gleichzeitig überirdisch und unwirklich.

Weit entfernt von den vielbefahrenen Straßen des nordischen kraftvollen Folk-Pop singt die wandlungsfähige Stimme von Lena Willemark von dem Wunder zu Bethlehem, bis hin zu einem Freudenlied über das Ende des langen dunklen Winters hingebungsvoll, mit einer selten so stark zu spürenden Aura. Eintönigkeit wird durch das vielseitige, aber stets sparsam eingesetzte Instrumentarium vermieden, durch das auch der Klang von Jan-Garbarek-ähnlichen Klängen bis hin zu Folkmusik variiert wird. –Erika Habenicht / Amazon

1. Abba Fader
2. Stjärnan
3. Tjugmyren
4. Kolarpolskan
5. I hela naturen / Mjukfoten
6. Förgäves
7. Käre Sol / Sjungar Lars-polska
8. Hemvändaren
9. Fafänglighet
10. Silder / Bingsjö stora langdans
11. Drömsken
12. Skur Leja
13. Metaren
14. Rolings Per-latar
15. Om stenen / Snygg Olle
16. Morgonlat

Willemark, Lena: Nordan

Mit dieser Aufnahme setzt ECM seine nordische Reihe bravourös fort. Lena Willemark ist eine Försterstochter aus dem ländlichen Mittelwesten Schwedens. Ale Möller, in Malmö als Sohn einer norwegischen Mutter und eines dänischen Vaters geboren, profilierte sich vielfach als Experte panskandinavischer Folk-Traditionen. 1984 kreuzten sich erstmals die Wege der Sängerin und Geigerin und des Multiinstrumentalisten (Möller spielt Mandola, Flöte, Harfe, Dulcimer und Akkordeon). Acht Jahre später hörte ECM-Chef Manfred Eicher die zwei in einem Konzert am Siljan-See – und beschloß ohne Zögern, ihre Musik zu produzieren. So kann nun auch der Rest Europas diese eindringliche Stimme und ihren famosen Begleiter kennenlernen. Es ist ohne Zweifel eine Begegnung der besonderen Art. Lena Willemark sammelte für „Nordan“ mittelalterliches Liedgut ihrer Heimat, Möller arrangierte diese „Folk“-Songs. Indem die zwei Interpreten einen äußerst freien Umgang mit der Tradition pflegen, entsteht Raum für Momente zauberhafter Kontemplation wie für gewagte Improvisation. Palle Danielsson, Jazzbassist und alter ECM-Weggefährte, Mats Edén, Kantele, Per Gudmundson, Fiedel und Dudelsack, sowie drei Perkussionisten schmücken die Reise zurück in die Zukunft mit den eigenwilligsten Klangfarben, die Jan Erik Kongshaug im Osloer Rainbow Studio meisterhaft klar und trocken reproduzierte. Ein Hauch von nordischer Strenge, aber auch von tiefer menschlicher Wärme weht durch diese Lieder über verführerische Meerjungfrauen und unschuldige weiße Schwäne, über Familienfehden oder Drachenmythen, über fahrende Rittersleut und einen Schäfer als Urzeit-Playboy. Nicht nur den Freund von Jan Garbareks Nordland-Folklore wird diese Aufnahme fesseln. ** Klang.: 09-10
© Stereoplay / Amazon

1. Trilo
2. Kom Helge Ande
3. Gullharpan
4. Mannelig
5. Polska Efter Roligs Per
6. Hornlat
7. Sven I Rosengrad
8. S:t Göran och Draken
9. Tacker Herranom / Mats Hansu Polskan
10. Knut Hauling
11. Polska Efte Jones Olle
12. Svanegangare / Sven Svanehvit
13. Jemsken
14. Batsman / Turklaten
15. Vallsvit
16. Drömspar – Efterspel

Willemark, Lena: Suède – Norvège

© 2002 - 2016 Schwedenstube by Karsten Piel All Rights Reserved