B (Filme)

Badjävlar

Der Kultfilm Badjävlar aus dem Jahr 1971 ist Lars Molins erster Film. Hier schrieb er allerdings nur das Drehbuch, Regie führte Christian Lund. Der unterhaltsame Fernsehfilm wurde zu einem großen Publikumserfolg, wegen der Mischung aus derber Sprache, politischer Radikalität und nackten Körpern aber auch zu einem Skandalfilm. Was den Film interessant und lebendig macht sind zum einen die typischen Zutaten eines schwedischen Sommerfilms: Schären, Alkohol, nackte Brüste, Volkslieder und Intrigen, zum anderen das latente Gefühl von Improvisation den ganzen Film hindurch.

Bang Bang Oranutang

Selten täuscht ein Filmcover derart wie bei Bang Bang Orangutang. Hier handelt es sich nicht um eine durchgeknallte Komödie, sondern um einen zutiefst traurigen Film, in dessen Hauptrolle Mikael Persbrandt den verunsicherten Åke Jönsson beeindruckend darstellt.

Beck – die dritte Staffel (DVD)


In der dritten Staffel ist der Stil noch ein bisschen kühler und gleichzeitig düsterer geworden. Beim Team hat es ebenfalls wieder viele Veränderungen gegeben: Die beiden Hauptfiguren Martin Beck und Gunvald Larsson sind natürlich weiterhin dabei. Auch Polizeichefin Margareta Oberg ist nicht ausgewechselt worden. Eine personelle Überraschung gibt es gleich zu Anfang: Die beliebte Lena Klingström kommt zurück und nimmt wieder ihre Position ein, nachdem Alice Levander das Team verlassen hat.

Die dritte Staffel legt wieder etwas an Atmosphäre zu. Das liegt nicht in erster Linie an besonders außergewöhnlichen Fällen, sondern an einer brillanten Umsetzung.

Die Hauptrollen:
Peter Haber als sympathischer Kommissar Martin Beck und Mikael Persbrandt als sein eigensinniger, mittlerweile persönlich gereifter Mitarbeiter Gunvald Larsson, Stina Rautelin als Ermittlerin Lena Klingström

Mit dabei, wie bisher:
Rebecka Hemse als Becks Tochter Inger und Ingvar Hirdvall als Becks immer wieder köstlicher, durchgeknallter Nachbar.

Das Team:
Marie Göranzon als toughe Polizeichefin Margareta Oberg sowie Ing-Marie Carlsson und Måns Nathanaelson als die beiden „untergeordneten“ Polizisten Bodil Lettermark und Oskar Bergman.

Als deutscher Schauspieler ist diesmal Dieter Pfaff dabei, der in seiner in Deutschland bekannten Rolle als Kommissar Sperling auftritt. Er und Beck kennen sich und haben die Möglichkeit, in zwei Fällen länderübergreifend zusammen zu arbeiten.

In diesen Folgen wächst Becks Nachbar mit seinen köstlichen Verrücktheiten über sich hinaus. Er ist immer wieder ein Highlight! Die beiden untergeordneten Polizisten rücken jetzt ein Stückchen mehr in den Vordergrund. Bodil erweist sich als sympathische und kompetente Kollegin, während der unsichere Oskar immer wieder Gunvalds Sticheleien über sich ergehen lassen muss.

Beck 17
Skarpt läge – Zerschlagene Träume (eigentlich soviel wie: Brenzlige Lage)
Monika Everdag wird von ihrem Lebensgefährten psychisch und körperlich misshandelt. Nach einem Streit, bei dem sie schwer geschlagen wurde, entschließt sie sich endlich, mit ihren beiden kleinen Söhnen zu fliehen. Am nächsten Tag finden die Schornsteinfeger in ihrem Haus die Leiche eines ermordeten Mannes. Aufgrund der Spurenlage ist Monika natürlich die alleinige Verdächtige.

Gunvald, der nichts mehr mit seiner Familie zu tun haben möchte, findet heraus, dass seine Schwester ihren Mann wegen häuslicher Gewalt angezeigt hat. Vorsichtig sucht er wieder Kontakt zu ihr.
Beck und Lena machen sich derweil auf die Suche nach Monika Everdag, doch sie hat sich mit ihren Kindern in ein Frauenhaus geflüchtet. Von dort aus wurde sie in einer geheimen Wohnung untergebracht und weigert sich, mit der Polizei zu reden. Jedoch nicht nur die Polizei ist hinter ihr her. Ihr Verfolger setzt alles daran, sie vor Beck ausfindig zu machen und benutzt dazu ein besonders perfides Mittel.

Eine packende Folge, besonders aufgrund des eiskalten, hinterhältigen Vorgehens des Verfolgers. Auch der private Fall von Gunvald und seiner Schwester ist fesselnd. Sehenswert!
2006, Regie: Harald Hamrell

Beck 18
Flickan i jordkällaren – Das tote Mädchen (eigentlich: Das Mädchen im Erdkeller)
Im Wald wird ein totes Mädchen in einem Erdkeller gefunden. Keiner kennt das Kind, keiner vermisst es. Es liegt friedlich in einem Bettchen, so als würde es schlafen. Pathologe Oljelund findet die schreckliche Todesursache heraus: Das Mädchen ist verhungert. Besonders tragisch erscheint dies, da neben seinem Bettchen ein Teller mit frischem Essen steht. Wie kann das sein? Der Keller gehört zum großen Anwesen eines adligen Ehepaars, das mit seinem erwachsenen, behinderten Sohn Nils und dessen Betreuerin in einer großen Villa lebt. Aber da gibt es noch ein weiteres kleines Haus in dieser abgelegenen Gegend: Es gehört einem alleinstehenden Mann, der kurz darauf erhängt in seinem Schuppen aufgefunden wird.

Die Schwester bezweifelt die Echtheit seines Abschiedsbriefes. Auch der geistig behinderte Nils scheint etwas zu wissen, hat aber Angst es zu sagen. Schließlich kommt ein entscheidender Hinweis aus Deutschland, denn auch dort fahndet man im Fernsehen über Aktenzeichen XY nach der Identität des toten Kindes. Der Fall nimmt eine ungeahnte Wendung, mit der niemand rechnen konnte.

Der Fall ist wirklich grandios, kann er doch mit gleich zwei außergewöhnlichen Aspekten bei der Lösung aufwarten, die so noch nicht da gewesen sind. Auch die Schaltung nach Deutschland zu Aktenzeichen XY ungelöst ist originell. Der behinderte Nils wird von Tomas Köhler einfach brillant auf schaurig-naive Art dargestellt. Alles phantastisch! Leider ist die Geschichte aber etwas langweilig umgesetzt worden. Der kurze Abschnitt aus Deutschland wirkt auch etwas hölzern und vom Kontakt zwischen Beck und seinem deutschen Kollegen Sperling sehen wir lediglich das Treffen am Flughafen. Fazit: Erstklassige Top-Story mit mittelmäßiger Umsetzung.
2006, Regie: Harald Hamrell

Beck 19
Gamen – Das Spiel des Todes (eigentlich: Der Geier)
Margareta Obergs Bekannter, der SAP-Politiker John Verdén, überreicht in einer TV-Show feierlich einen Scheck an die schwedische Athletenvereinigung. Brisanter Hintergrund: Das Geld stammt von der schwedischen Lotterie-Gesellschaft, die es mit Spielautomaten und in Casinos erwirtschaftet. Am nächsten Tag meldet sich Verdéns beunruhigte Frau bei Margareta Oberg. Sie vermisst ihren Mann. Nur seine Tochter kennt sein Geheimnis und bringt Beck auf die richtige Spur: Verdén war spielsüchtig, konnte sich immer schlechter mit der Doppelmoral seiner Partei abfinden und fühlte sich bedroht. Beck ermittelt in den Spielhallen Stockholms und kommt dabei dem „Geier“ auf die Spur.

Diese Folge gehört zu den weniger ausgeklügelten. Hier steht ein bisschen der erhobene Zeigefinger gegen die moralische Verlogenheit der Politik im Vordergrund. In schwedischen Filmen zeigt man sich gern entsetzt über gesellschaftliche Missstände, dabei sind die dort ja, gottlob, vergleichsweise gering. Für Beck-Fans natürlich ein Muss.
2006, Regie: Kjell Sundvall

Beck 20
Advokaten – Der Advokat
Star-Anwalt Hansson hat wieder einmal einen medienwirksamen Fall an Land gezogen: Der exzentrische Jurist vertritt ein altes, geschädigtes Ehepaar gegen ein Chemieunternehmen. Am Abend trifft er im Restaurant die junge Ulrika. Beide landen schließlich in seinem Schlafzimmer. Mitten in der Nacht erreicht ein Notruf die Stockholmer Polizei. Er kommt von Ulrika, die hysterisch berichtet, dass jemand in die Wohnung eingedrungen ist und auf Hansson einschlägt. Als Beck und seine Mannschaft eintreffen, sitzt Ulrika völlig verstört im Bad. Hansson liegt erstochen auf dem Bett. Die Ermittlungen führen zum Chemieunternehmen, gegen das Hansson stichhaltige Beweise parat hatte. Dann wird Ulrika von einem Maskierten überfallen, kann sich aber losreißen und den Täter beschreiben. Langsam tasten sich Beck und seine Kollegen vor. Doch noch fehlt ein entscheidender Punkt aus Hanssons Vergangenheit.

Gut gemachter, wie alle Folgen dieser Serie etwas düsterer Streifen. Nicht wirklich originell aber sehenswert.
2006, Regie: Kjell Sundvall

Beck 21
Den japanska shungamålningen – Tödliche Kunst (eigentlich: Das japanische Shungagemälde)
Becks deutscher Kollege Sperling kommt nach Stockholm, da er hofft, auf einer Auktion ein Shungagemälde ersteigern zu können. Doch eine Kunsthändlerin schnappt ihm das begehrte Objekt vor der Nase weg. Am Abend kommt er mit der Frau ins Gespräch. Kurz darauf wird sie in ihrem Hotelzimmer ermordet aufgefunden. Brisantes Detail: Ihre Leiche wurde wie das Motiv eines Chagall-Gemäldes arrangiert. Beck und sein Team werden hinzugezogen und ermitteln mit Unterstützung von Sperling in der Kunstszene. Dabei geschehen weitere grausame Morde und wieder werden die Opfer wie auf berühmten Gemälden arrangiert. Wer steckt dahinter? Bei ihren Ermittlungen geraten Sperling und Gunvald selbst in die Fänge des perversen Täters!

Ein außergewöhnlicher Fall, der zudem noch spannend inszeniert wurde. Diese Folge ist top! Auch das Miteinander der Beteiligten ist unterhaltsam, besonders Sperlings Zusammentreffen mit Gunvald und mit Becks verrücktem Nachbarn. Die Unterhaltungen mit Sperling sind auf Deutsch, manchmal auch auf Englisch. In der deutschen Synchronisation fällt diese Sprachvielfalt natürlich weg.
Fazit: Eine klasse Folge, so wie man sie von Beck erwartet. Unbedingt anschauen!
2007, Regie: Kjell Sundvall

Beck 22
Den svaga länken – Tödliche Bande (eigentlich soviel wie: Das schwache Glied)
In einem Park wird nachts eine junge Frau überfallen und getötet. Tragisch: Die Eltern, die ihr entgegen gehen, da es so unheimlich ist, hören ihre Schreie, kommen aber zu spät um ihr zu helfen. Beck macht die Sache persönlich zu schaffen, denn er muss ständig an seine Tochter Inger denken. Als er zufällig dahinter kommt, dass sie sich mit Gunvald trifft, reagiert er über und will wissen, ob sie sich lieben. Während die Ermittlungen voranschreiten, wird ein weiteres Mädchen überfallen, es überlebt aber. Beck und sein Team stoßen auf eine Reihe von Vergewaltigungen, die miteinander zu tun haben könnten. Verschiedene Männer machen sich verdächtig und schließlich wird einer von ihnen ermordet aufgefunden. Beck ist jetzt ganz nah dran, doch es taucht noch ein loses Ende in der Geschichte auf.

Eine mitreißende Folge! Warum? Krimis mit Überfällen in Parks hat es schon zu Hauf gegeben und auch die Motive sind nicht brandneu. Dennoch ist dieser Film so hervorragend inszeniert, dass man sich nicht entziehen kann. Auch die schauspielerischen Leistungen sind wunderbar. Da sind die Eltern des toten Mädchens, zwei ganz normale, unscheinbare, liebe Menschen, die auch so dargestellt werden. Da sind die Verdächtigen und da sind die amüsanten Szenen wenn Beck und Gunvald mit ihrer unvergleichlichen Mimik über Inger streiten. Klasse Folge. Unbedingt anschauen!
2007, Regie: Harald Hamrell

Beck 23
Den tysta skriket – Der stille Schrei
Zwei Mädchen werden von einem Zug überrollt. Alles deutet darauf hin, dass noch eine dritte Person anwesend war. Bald stellt sich heraus, dass es sich bei den Mädchen um die beiden vermissten Freundinnen und Klassenkameradinnen Moa und Jiyan handelt. Beck und Lena stoßen bei ihren Ermittlungen auf viele Probleme im privaten Umfeld der beiden und auf mehrere niederträchtige und brutale Personen, die den beiden das Leben zur Hölle gemacht haben. Doch nichts ist wirklich greifbar, bis Oskar schließlich jemanden auftreibt, der den entscheidenden Hinweis geben kann. Becks Team erhält die zutiefst traurige Erklärung für den Tod der Mädchen.
Wieder eine gute Folge mit verschiedenen, interessanten Charakteren und Verdächtigen! Sehenswert!
2007, Regie: Harald Hamrell

Beck 24
I guds namn – Mord an Margareta Oberg (eigentlich: In Gottes Namen)
Ein Paparazzo wird ermordet. Seine Wohnung wurde durchwühlt, Computer und Fotoausrüstung fehlen. Beck und seine Kollegen gehen davon aus, dass der Mörder jemand ist, über den der Paparazzo kompromittierendes Material in der Hand hatte. Bei ihren Untersuchungen müssen sie auf Gunvald verzichten, denn der leidet unter einem Burnout-Syndrom. Als sie schließlich einen versteckten USB-Stick mit Fotos finden, erschrickt Margareta Oberg, lässt sich aber nichts anmerken. Als sie schließlich mit Beck reden will, ist es zu spät. Sie wird erschossen. Die Kollegen sind zutiefst betroffen, auch Gunvald rafft sich auf, um den Tod seiner Chefin aufzuklären. Bei den Ermittlungen stoßen sie auf eine Freundin von Margareta Oberg und auf eine gefährliche, ultrakonservative Sekte.
Schade, dass der deutsche Titel schon einiges verrät. Die Folge ist dennoch fesselnd und mitreißend! Hier lernen wir Margareta Oberg von einer ganz anderen Seite kennen. Unbedingt anschauen!
2007, Regie: Kjell Sundvall

(Autor: Annette Biemer)

Beck – die zweite Staffel (DVD)


Wer sich in die erste Staffel „reingesehen“ hat, dem wird sofort auffallen: Die Atmosphäre in der zweiten Staffel ist anders. Das fängt mit einem hypermodernen Büroumfeld anstelle des alten, klassischen Kommissariats an. Des weiteren hat man die komplette Ermittlungsmannschaft um Martin Beck und Gunvald Larsson ausgetauscht. Eine besondere Rolle spielen die neue Polizeichefin Margareta Oberg, die den alten Polizeichef Wersén ersetzt und die neue Kollegin Alice Levander, die anstelle von Lena Klingström ins Team kommt. Aber nicht nur die neuen Figuren bringen einen anderen Stil mit sich. Zwar bleibt Martin Beck der alte und brilliert weiterhin durch seine Mimik, aber Gunvald Larsson scheint auf wundersame Weise eine Persönlichkeitsveränderung durchgemacht zu haben.

Die zweite Staffel mag den Fan der ersten Staffel zu Anfang etwas verwundern und es braucht ein bisschen, bevor man sich „eingesehen“ hat. Hat man das geschafft, ist man wieder begeistert, auch wenn manche Fälle nicht mehr ganz so außergewöhnlich sind. Das machen die anderen wieder wett!

Die Hauptrollen:
Peter Haber als sympathischer Kommissar Martin Beck
Mikael Persbrandt als sein eigensinniger Mitarbeiter Gunvald Larsson
Malin Birgerson als Ermittlerin Alice Levander

Mit dabei, wie bisher:
Rebecka Hemse als Becks Tochter Inger und Ingvar Hirdvall als Becks durchgeknallter Nachbar, der sich als Running Gag etabliert hat.

Das Team:
Marie Göranzon als toughe Polizeichefin Margareta Oberg
Jimmy Endeley und Mårten Klingberg als die beiden „untergeordneten“ Polizisten Robban und Nick sowie Hanns Zischler als neuer Kollege Josef Hillman

Auf das sinnlose Ersetzen des Gerichtsmediziners mit einem deutschen Schauspieler in den deutschen Folgen hat man diesmal verzichtet. Wie im schwedischen Original ist auch in der deutschen Version Peter Hüttner in der Rolle des Oljelund zu sehen. Da es aber immer einen deutschen Schauspieler geben soll, ist diesmal Hanns Zischler dabei. Er spielt Josef Hillman, einen alten Freund und Kollegen von Beck, der in sein Team versetzt wird. Zischler, der schwedisch spricht, ist sowohl im schwedischen Original als auch in den deutschen Versionen zu sehen.

Beck 9
Hämndens pris – Preis der Rache
Martin Beck und sein Team stehen unter enormem Druck. Bei einem Überfall auf ein Waffenlager der Armee wurden in großem Stil Sprengstoff und Waffen erbeutet. Ein Bombenattentat wird vermutet, doch die Polizei tappt im Dunkeln. Derweil werden zwei Polizisten erschossen aufgefunden. Einer davon ist Gunvalds Freund. Gunvald rastet aus, kümmert sich nicht um seine eigentliche Arbeit und ermittelt auf eigene Faust. Er vermutet, dass eine persönliche Vergeltungsmaßnahme seinen Freund das Leben gekostet hat. Als neue Kollegin kommt im Laufe des Falles Sara Beijer als Profilerin in die Gruppe. Gunvald behandelt sie dermaßen rüde, dass sie beschließt, die Stelle nach Abschluss des Falles wieder zu verlassen. Die neue Chefin, Margareta Oberg, ist nicht bereit, Gunvalds Eigensinnigkeit und seine Frauenfeindlichkeit zu tolerieren. Schließlich kann Beck sein Verhalten nicht mehr verantworten und suspendiert ihn. Dann gibt es eine konkrete Bombendrohung. Bei der Jagd nach den Tätern kommt es schließlich zu einem dramatischen Showdown, bei dem Gunvald wieder im Mittelpunkt steht.

Diese Folge fällt etwas aus dem Beck-Schema heraus. Das hängt wohl unter anderem damit zusammen, dass sie zu den Folgen gehörte, die als Kinoversion gedreht wurden. Der Film konnte wegen seiner Actionszenen viel Lob einheimsen, doch ist die Frage berechtigt, ob man bei Beck-Filmen überhaupt Action à la Hollywood sucht. Auffällig sind zudem gleich die ersten Minuten, denn sie zeigen Gunvald Larsson wie er in privatem Rahmen herzlich herum albert. Bisher zeichnete er sich dadurch aus, dass er nie eine Miene verzog und nichts über sein Privatleben bekannt wurde. Einen bestehenden Charakter plötzlich, zumindest in Teilen, anders darzustellen, verwundert doch etwas. Die Folge hat weiterhin eine Sonderstellung, da die endgültige Kollegengruppe hier noch nicht komplett ist.
Der Film ist spannend und actiongeladen. Der Showdown am Ende ist wirklich der Hit!
2001, Regie: Kjell Sundvall

Beck 10
Mannen utan ansikte – Der Mann ohne Gesicht
Ein Vertreter für Alarmanlagen wird, als er spät abends mit seinem Hund Gassi geht, ermordet. Perverses Detail: Ihm wird die Gesichtshaut abgezogen. Die schockierte Ehefrau erwähnt einen unbekannten Ausländer, der einige Tage zuvor mit ihrem Mann gestritten hatte. Beck und seine Kollegen untersuchen das berufliche Umfeld des Opfers und entdecken dabei, dass der Mann zahlreiche Affairen mit verschiedenen Kundinnen hatte. Eine davon hat einen pakistanischen Ehemann …
Ab dieser Folge ist Josef Hillman, ein Freund von Beck, als neues Mitglied im Team. Nach Abschluss des Falles wird auch Alice Levander, die neue Kollegin, vorgestellt. Beck zeigt sich besorgt, doch Margareta Oberg ist fest entschlossen, ihre Personalpolitik durchzusetzen.
Ein guter Film, der sich eines aktuellen Themas annimmt und dabei weder übertreibt noch verharmlost. Gute schauspielerische Leistungen!
2001, Regie: Harald Hamrell

Beck 11
Kartellen – Das Kartell
Ein griechischer Restaurantbesitzer wird in seinem Lokal ermordet. Die Täter foltern und zerstückeln ihn. Schnell wird klar: Hier hat das organisierte Verbrechen zugeschlagen. Kurz darauf wird ein Mitarbeiter des Gewerbeaufsichtsamtes tot in einem Park aufgefunden. Die hoch intelligente und selbstsichere Alice Levander nimmt sofort aktiv an den Ermittlungen teil. Grunvald kommt damit nicht klar und zeigt, trotz Warnungen von Margareta Oberg offen, dass er etwas gegen sie hat.
Dass in dieser Folge gleich zu Anfang das Blut nur so spritzt, macht sie nicht unbedingt besser. Interessant sind dagegen die Beziehungen innerhalb der Ermittlergruppe, auch wenn Gunvald Larsson hier durch eine affektierte Art wiederum seinem alten coolen Image untreu wird. Eine, für Beck-Verhältnisse, weniger starke Folge, aber natürlich sehenswert.
2001, Regie: Kjell Sundvall

Beck 12
Enslingen – Der Einsiedler
Im Schärengebiet wird eine tote Ostasiatin im Wasser gefunden. Sie war scheinbar illegal nach Schweden gekommen, um als Prostituierte zu arbeiten. Bald darauf findet man die Leiche eines Rentners in seinem Hof auf der Schäreninsel Vansö. In letzter Zeit hatte es in den abgelegenen Häusern mehrere Einbrüche gegeben. War der Tote den Einbrechern in die Quere gekommen? Bei den Ermittlungen taucht plötzlich ein alter Bekannter von Alice Levander auf und Gundvald Larsson revidiert seine Haltung der Kollegin gegenüber.
Ebenfalls eine für den verwöhnten Beck-Fan weniger spektakuläre Folge, aber dennoch gut!
2001, Regie: Kjell Sundvall

Beck 13
Okänd avsändare – Ohne Absender
In einem Parkhaus auf dem Stockholmer Flughafen Arlanda wird die Leiche eines Mannes gefunden. Er hat weder Gepäck noch Ticket dabei und niemand in seinem Umfeld war über seine Reisepläne unterrichtet. Allerdings hatte er kurz zuvor eine große Summe von seinem Konto abgehoben. Gleichzeitig arbeitet ein Journalist, der vor einiger Zeit aufgrund eines Recherchefehlers seinen Job verloren hat, an seinem Comeback. Er ist einem Skandal in hohen Wirtschaftskreisen auf der Spur. Seine Frau jedoch fühlt sich seit seinen Ermittlungen verfolgt und auch er erhält beängstigende Drohungen.
Ebenfalls wenig spektakulär wenn man die hohe Beck-Messlatte anlegt, aber dennoch sehenswert.
2001, Regie: Harald Hamrell

Beck 14
Annonsmannen – Tod per Inserat
Eine Frau wird im Wald überfallen. Sie kann sich losreißen und ihren Mann per Handy alarmieren. Doch bevor sie ihm sagen kann was passiert, ist der Täter wieder bei ihr. Ihr Mann muss hilflos mit anhören, wie seine Frau um Hilfe schreit und dann verstummt. Die verzweifelte Suche nach der Frau bleibt erfolglos. Dafür findet man die Leiche einer anderen Frau. Beck ist nur halbherzig bei der Sache. Er verbringt die meiste Zeit im Krankenhaus, wo Vilhelm, sein Enkel, mit einer schweren Erkrankung liegt. Nach schwierigen Ermittlungen findet das Team dennoch einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen: Beide Frauen hatten sich auf eine Annonce gemeldet, in der jemand eine gebrauchte Bank zum Verkauf anbot. Alice Levander agiert eigenmächtig als Lockvogel. Beck ist davon gar nicht angetan, Gunvald um so mehr. Alice gelingt es schließlich, mit dem unberechenbaren Täter in Kontakt zu treten und gerät dabei selbst in Lebensgefahr.

Dies ist endlich eine Folge voller Psychologie und Spannung, so wie man es von einem Beck-Film gewohnt ist. Die Figur des Täters und die Darstellung des Ehemannes der vermissten Frau sind überzeugend. Die Ermittlungsarbeiten verlaufen äußerst spannend und weisen diverse originelle Szenen auf. Und schließlich darf man spekulieren, ob der coole Gunvald nicht doch ein bisschen in Alice verliebt ist. Tolle Folge!
2001, Regie: Daniel Lind Lagerlöf

Beck 15
Pojken i glaskulan – Der Junge in der Glaskugel
Der autistische Jack wird neben seiner erschlagenen Mutter aufgefunden. Er hält die Tatwaffe in der Hand und alles deutet darauf hin, dass er der Täter ist. Aufgrund seiner Krankheit ist es der Polizei nicht möglich, mit ihm zu kommunizieren, Er kommt zurück in das Heim für behinderte Kinder, in dem er therapiert wird. Beck versucht dennoch, an ihn heranzukommen und stößt dabei auf den dubiosen Heimleiter, der seine unrühmliche Vergangenheit zu verbergen versucht. Beck gelingt es schließlich ein bisschen, mit Jack in Kontakt zu treten, indem er ihn Bilder malen lässt. Dabei kommt ihm ein schlimmer Verdacht … Gleichzeitig wundert er sich über seinen Freund und Kollegen Josef Hillman. Der lässt sich plötzlich krank schreiben, aber die Krankheit scheint nur ein Vorwand zu sein. Schließlich geschieht ein zweiter Mord …
Eine packende Folge, in der viel geschieht und die durchweg fesselnd ist. Die Figur des Jack ist hervorragend ausgearbeitet und sehr bewegend umgesetzt! Klasse!
2001, Regie: Daniel Lind Lagerlöf

Beck 16
Sista vitnett – Die letzte Zeugin
Drei junge Frauen werden ermordet aufgefunden. Ihnen allen wurde das Gesicht mit Säure verätzt. Warum? Schließlich können Beck und seine Kollegen herausfinden, dass die Opfer allesamt aus Lettland stammten. Was haben sie in Schweden gemacht? Auf der Suche der Antwort ermittelt Gunvald under cover im Umfeld der osteuropäischen Mafia und begibt sich dabei auf äußerst gefährliches Terrain. Martin Beck verliebt sich in eine Frau, die er in seinem Stammlokal getroffen hat. Sie arbeitet in einem großen, internationalen Pharmakonzern als Laborantin. Doch Becks Herzprobleme sind schwerwiegender als gedacht. Kann er den Fall durchstehen?
Die letzte Folge dieser Staffel ist wiederum ein Volltreffer. Hier hat man alles: Spannung, Gänsehaut, einen außergewöhnlichen Fall und sogar noch ein bisschen Herzschmerz. Die Folge ist ein absolutes Muss!
2001, Regie: Harald Hamrell

(Autor: Annette Biemer)

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