Stichwort: Åsa Larsson

Larsson, Åsa: Weisse Nacht (Hörbuch)

Es ist Mittsommernacht in Jukkasjärvi, einem kleinen Ort nahe Kiruna, zweihundert Kilometer nördlich des Polarkreises, als die Pastorin Mildred Nilsson tot aufgefunden wird. Brutal ermordet und unter der Orgel ihrer Kirche aufgehängt. Wochen später trifft die Anwältin Rebecka Martinsson in ihrer nordschwedischen Heimat ein, eigentlich mit einem ganz anderen Auftrag beschäftigt: Sie soll die Kirchengemeinde bei den bevorstehenden Neustrukturierungen juristisch beraten. Doch der Mord an der Pastorin ist das alles beherrschende Thema in Jukkasjärvi. Mildred Nilsson war in ihrer Gemeinde höchst umstritten. Ihr radikales Engagement für mißhandelte und in Notlagen geratene Frauen rief bei vielen Männern Skepsis und offenen Haß hervor. Als Rebecka im Gemeindehaus einen Safe mit Drohbriefen an Mildred Nilsson entdeckt, ahnt sie, was für ein feindseliges Klima sich in ihrer Heimat aufgestaut hatte. Wie konnte es zu dieser kollektiven Hetze kommen? Und mit wie viel Ablehnung, Haß und Gewalt muß sie nun bei ihren Ermittlungen rechnen?

Larsson, Åsa: Bis dein Zorn sich legt


Åsa Larssons Name prangt in rosa- und pinkfarbenen Lettern auf ihrem neuen Buch. Jetzt ist wohl endgültig klar, wen der deutsche Verlag als Zielgruppe der Schwedenkrimiproduzentin ausgemacht hat. Vielleicht, weil in den Büchern der 42-jährigen Larsson keine Männer, sondern gleich zwei Frauen ermitteln? Staatsanwältin Rebecka Martinsson und Polizeiinspektorin Anna-Maria Mella müssen diesmal den Mord an einer jungen Frau aufklären, deren Leiche in einem nordschwedischen Flüsschen gefunden wurde. Offensichtlich ist sie vor längerer Zeit beim Tauchen ertrunken – nur nicht, wie die Untersuchungen ergeben, in eben jenem Fluss, sondern in einem größeren Waldsee. Von ihrem Freund, der gemeinsam mit dem Mädchen verschwand, fehlt obendrein jede Spur. Die Ermittlungen führen Mella und Martinsson zu einer Unternehmerfamilie, deren Angehörige für ihre Gewalttätigkeit bekannt sind. Wie schon beim Vorgänger „Der schwarze Steg“ erfordert Larssons neuer Krimi einiges an Vorwissen: Konflikte aus der Vergangenheit der beiden Protagonistinnen werden angedeutet und sind nur Kennern der bisherigen drei Bücher ein Begriff. Darüber hinaus gelingt Larsson eine spannende Geschichte, die nicht zuletzt davon lebt, dass die Autorin drei Erzählebenen geschickt miteinander verwebt. Neben den Geschehnissen im heutigen Nordschweden gibt es zum einen Rückblenden in die späten 40er-Jahre. Zum anderen taucht der Geist des toten Mädchens als Ich-Erzähler auf und kommentiert die Ereignisse, die Ermittlungen, das Verhalten der einzelnen Beteiligten. Klingt nach esoterischem Quatsch, ist aber ein gelungener Kniff, um der Geschichte eine weitere subjektive Ebene hinzuzufügen. (jul)
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