Stichwort: Familiensaga

Eriksson, Erik: Der blaue Strand – eine schwedische Familiensaga (Teil 2)

ErikssonIm Mittelpunkt des zweiten Bandes der vierteiligen schwedischen Familiensaga „Liebe und Krieg“ von Erik Eriksson steht die 22-jährige Kristina vom Hof Nygården, die Enkelin Johannas aus dem 1. Band, „Das brennende Meer“. Man schreibt das Jahr 1854, und der Krimkrieg hat die Menschen im Gebiet des Åländischen Meeres erreicht, – vor Grisslehamn segeln englische Kriegsschiffe mit åländischen Gefangenen.

Unter dramatischen Umständen lernt Kristina den jungen englischen Deserteur Robert kennen und rettet ihn vor dem Ertrinken. Sie hilft ihm, sich vor den Engländern zu verstecken, um ihn vor der Todesstrafe zu bewahren, und verlässt gegen den Willen ihrer Familie mit ihm Nygården. Unterstützung erfährt sie nur von ihrer Großmutter Johanna. Als die Situation der beiden immer gefährlicher wird, muss Robert schließlich wieder aufs Meer hinaus fliehen und Kristina zurücklassen.

M & V Verlags- und Vertriebsgemeinschaft, 467 Seiten

Eriksson, Erik: Das brennende Meer – eine schwedische Familiensaga

Brennende_MeerIn Erik Erikssons neuem Buch bildet die Küste Roslagens den Hintergrund für eine breit angelegte Familienchronik in vier Bänden, die Anfang des 19. Jahrhunderts bei der jungen Magd Johanna beginnt. Sie ist ein fleißiges und kluges Mädchen, das im Alter von 14 Jahren ihr Zuhause verlässt, um in der Postmeisterei von Grisslehamn als Magd zu arbeiten. In einer elenden Hütte in Byholma lässt sie ihre alleinstehende Mutter, ihren kleinen Bruder und zwei dem Alkohol verfallene Onkels zurück. Der Dienst in der Küche des Posthauses bringt Johanna eine Welt nahe, die weniger von Armut geprägt ist. Neue Möglichkeiten eröffnen sich für das Mädchen, neue Freundschaften und auch eine erste Liebesbeziehung. Kristoffer ist ein junger Soldat, der in Grisslehamn stationiert ist, ihre gemeinsame Zeit jedoch ist kurz. Draußen in der Welt herrscht Napoleon und Kristoffer muss gegen die Russen auf der anderen Seite des Åländischen Meeres kämpfen. Der Roman zeichnet den Krieg aus der Perspektive der Frau, geprägt vom ständigen Warten und von der Angst. Trotzdem vermittelt der Roman Hoffnung. Johanna lernt die Kunst der Telegraphie, sie und Kristoffer entwickeln eine geheime Sprache, mit der sie sich über das Meer hinweg verständigen können. Der historische Roman vermittelt ein breites Bild sowohl vom Krieg und der Politik als auch vom schwedischen Alltag während des frühen 19. Jahrhundert eine spannende und bewegende Mischung aus Liebesgeschichte und Historie.

Band 1 „Krieg und Liebe“,

Oktober-Verlag (493 Seiten).

Ekman, Kerstin: Am schwarzen Wasser

Mit ihrer Saga Am schwarzen Wasser erweist sich die Schwedin Kerstin Ekman — Trägerin aller wichtigen Literaturpreise ihres Landes — einmal mehr als epische Chronistin mit dem viel zitierten weiblichen Blick. Ihr Roman bietet jedenfalls sämtliche Motive auf, aus denen handfeste Frauenschicksale gestrickt werden: Hillevi, Mitte zwanzig und Hebamme, lässt Heimat und Familie hinter sich, um ihrem heimlichen Verlobten — einem Pfarrer — ins Jämtland zu folgen. In ihrem Tagebuch muss sie dann allerdings vornehmlich Kochrezepte vermerken. Denn was den Geistlichen betrifft, ereignet sich leider wenig Nennenswertes: Der Angebetete entpuppt sich als personifiziertes Exempel männlicher Feigheit und Entscheidungsschwäche. Ihren Annäherungsversuchen jedenfalls gibt er ausschließlich in stockdunklen Räumlichkeiten nach; und dabei ist er dann auch noch äußerst ungeschickt: „Nachdem er unter dem Mieder ihres Kleides das Hemd mit der Spitzenkante freigelegt und sich zu einer… Brust vorgetastet hatte, wimmerte er, als hätte er sich wehgetan. Es wurde auch an diesem Abend nichts.“
Da ist der Händler Trond Halvorsen schon eher ein Mann der Tat; und weil Hillevi infolge eines Tete-a-tete unter Tannenzweigen von dem sinnlichen Schwarzhaarigen schwanger ist, wird alsbald geheiratet. Denn die Initiationsreise der Hebamme beginnt 1916 — und dies in einer Region, in der Kinder aus nicht legitimierten Beziehungen in schmutzigen Hinterzimmern zur Welt gebracht und anschließend ausgesetzt bzw. getötet werden.

Detailbesessen dringt Kerstin Ekman, indem sie Hillevis Lebensgeschichte mit den Schicksalen der Einheimischen verknüpft, in kärglichste Armut, nordische Rauheit und ländlichen Aberglauben ein; sie spannt Bögen von Hillevis Aufbruch bis zur Hochzeit von deren Pflegetochter Risten, vom Jämtland bis nach Berlin. Dabei werden wir Zeugen unzähliger Ski- und Pferdeschlittenfahrten, heimlicher Liebschaften, brutaler Kindesmisshandlungen, männlicher Jagdrituale und weiblicher Konflikte zwischen (vermeintlicher) Pflicht und Neigung. Am schwarzen Wasser ist — mit anderen Worten — ein Roman für Liebhaber weit verzweigter Familiensagas, für Fans gut recherchierter (Sozial-)Historie — und für passionierte Frauenversteher. Christine Wahl — Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels. / Amazon

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