Stichwort: Jonas Karlsson

Karlsson, Jonas: Das Zimmer

KarlssonVon unausstehlichen Kollegen umgeben, in ein Großraumbüro gepresst, kann Björn sein Glück kaum fassen, als er eines Tages ein kleines, geheimes Zimmer entdeckt. Ein Büro nur für sich, auf demselben Stockwerk, im Flur gleich neben der Tonne für das Altpapier und dem Aufzug. Hier drinnen sind das Chaos und die Enge der Bürowabenwelt vergessen, Björn hat plötzlich Spaß an seiner Arbeit. Alles wäre gut, gäbe es da seine Kollegen nicht. Die treibt Björns bizarres Verhalten fast zur Verzweiflung. Und zu allem Übel tun sie auch noch so, als existiere dieses Zimmer überhaupt nicht. Witzig und scharfsinnig beschäftigt sich Jonas Karlsson mit der Konformität in der modernen Arbeitswelt und mit der Frage, wie man als kleines Rädchen im großen Getriebe glücklich werden kann.

Jonas Karlsson ist eine der vielversprechendsten literarischen Stimmen Schwedens. Die New York Times lobte „Das Zimmer“ als meisterhaft. Das Buch brachte Karlsson den internationalen Durchbruch. Der 45-Jährige zählt zu den angesehensten Schauspielern Schwedens und wurde bereits zweimal mit dem schwedischen Filmpreis ausgezeichnet. Karlsson hat bislang drei Kurzgeschichtensammlungen, zwei Romane und ein Theaterstück veröffentlicht. Übersetzung ins Deutsche von Paul Berf.

Luchterhand Literturverlag, 176 Seiten.

Storm – Sturm (DVD)


Der oberflächliche Lifestyle-Journalist Donnie, genannt DD, sitzt gerade in einem Taxi, als er Zeuge einer Verfolgungsjagd wird. Eine rothaarige Frau in schwarzer Lederkluft versucht, ihren düsteren Verfolgern zu entkommen, flüchtet sich zu ihm ins Taxi und verschwindet gleich darauf wieder. Doch als DD zu Hause ist, steht sie plötzlich vor seiner Tür. Sie übergibt ihm einen Metallwürfel, der ihm alle offenen Fragen beantworten kann – vorausgesetzt er schafft es, ihn zu öffnen.

Mit dem Rätsel des Würfels beginnt für DD ein gefährlicher Alptraum. Er befindet sich plötzlich in einer Welt, in der sich Realität und Phantasie, das normale Leben, Computerspiel und Comic vermischen. Dabei wird er immer wieder mit seiner Vergangenheit konfrontiert, bis er schließlich das Geheimnis des Würfels lüften kann.

Storm erinnert stark an Mystery-Thriller wie Matrix und hat sich auch reichlich Ideen von ähnlichen Filmen dieses Genres abgeschaut. Die Komposition ist aber nicht hundertprozentig rund, wirkt hier und da etwas zusammengeschustert und es dauert etwas, bis der Zuschauer weiß, was hier überhaupt gespielt wird. Der Film ist trotzdem spannend, aufwendig und mit tollen Effekten realisiert worden.

Storm hat mehrere Preise gewonnen und wurde auch von der schwedischen Presse mit besten Kritiken bedacht. Von Zuschauerseite her gab es ebenfalls viel Lob, allerdings fiel dieses etwas kritischer aus. Vielleicht lässt sich ersteres damit erklären, dass ein Film mit solchen Effekten eine Ausnahme, und damit eine kleine Sensation, in der schwedischen Filmindustrie ist, während die Zuschauer sich doch eher von ihrem Gefühl leiten lassen.

Zweifellos hervorragend ist Eric Ericson, dem die Rolle des DD auf den Leib geschrieben zu sein scheint.

Mit: Eric Ericson, Eva Röse und Jonas Karlsson
2005, Regie: Måns Mårlind, Björn Stein.

(Autor: Annette Biemer)

© 2002 - 2018 Schwedenstube by Karsten Piel All Rights Reserved