Stichwort: Michael Nyqvist

Underbara älskade – Mit offenen Armen (DVD)


Lasse, seine Frau und seine beiden Söhne sind eine glückliche Familie. Doch dann geschieht das Unglück. Auf dem Weg zu einem Fest verunglücken sie mit dem Wagen. Während Lasses Frau und der jüngere Sohn auf der Stelle tot sind, überleben Lasse, der am Steuer saß, und der ältere Sohn Jonas. Die beiden müssen von nun an ihr Leben gemeinsam meistern. Während Lasse in eine tiefe Depression fällt, wird Jonas immer unzugänglicher. Bei einem Ferienaufenthalt in den Schären versuchen sie, ihre Beziehung zueinander ins Lot zu bringen. Während sich Lasse schwer tut, Kontakt zu den alten Freunden in der Umgebung aufzunehmen, findet Jonas nach einigem Zögern in der freigeistigen Helena eine gute Zuhörerin und Freundin.

Underbara älskade ist ein ruhiger Film, der gänzlich auf Emotionen baut. Verzweiflung, Trauer, Schuldgefühle, Schuldzuweisung, Zuneigung und der lange seelische Heilungsprozess von Vater und Sohn stehen im Mittelpunkt. Sie ersetzen praktisch weitere Geschehnisse oder gar Action. Dennoch wirkt der Film nie, wie es oft bei anderen schwedischen Filmen der Fall ist, all zu depressiv und spielt auch nicht mit düsteren, tristen Farben. Er kommt hoffnungsvoll und positiv daher, was vielleicht unter anderem an der wunderschönen und freundlichen Schärenlandschaft, in der Lasse und Jonas Urlaub machen, liegt. Michael Nyqvist und Anastasios Soulis verkörpern glaubwürdig und sympathisch Vater und Sohn.

Wer einen Film sucht, in dem immer etwas passiert, ist hier fehl am Platze. Für alle, die mit diesem tiefgreifenden Thema etwas anzufangen wissen, ist dies jedoch ein brillanter Film.

2006, Regie: Johan Brisinger
Mit: Michael Nyqvist, Anastasios Soulis, Moa Gammel und Philip Zandén.

(Autor: Annette Biemer)

Svarta Nejlikan (DVD)


Die schwarze Nelke: Chile 1973. Die Militärs unter General Pinochet stürzen, wahrscheinlich unterstützt vom CIA, den sozialistischen Präsidenten Allende, der dabei getötet wird. Sie übernehmen die Macht und errichten ein Terrorregime. Tausende Menschen fallen Folter und Exekution zum Opfer oder verschwinden einfach. In diesen schrecklichen Tagen beginnt der schwedische Botschafter Harald Edelstam seinen Dienst in Santiago de Chile. Sogleich fällt er durch seine unkonventionelle Führung, seinen außergewöhnlichen Mut und seine Eigenwilligkeit auf. Als die Militärs die kubanische Botschaft unter ihre Gewalt bringen wollen, hisst er dort kurzerhand die schwedische Flagge und stellt sie unter schwedischen Schutz. In den Botschaften nimmt er, alle Anweisungen von oben ignorierend, unzählige Flüchtlinge auf. Er riskiert sein Leben, um eine Botschaftsmitarbeiterin und eine Freiheitskämpferin aus den Händen der Militärs zu befreien. Durch seinen Schutz konnten zahllose Menschenleben gerettet werden, bevor er schließlich zur unerwünschten Person erklärt wurde und das Land verlassen musste.

Der Thriller die schwarze Nelke basiert auf der wahren Geschichte des schwedischen Botschafters Harald Edelstam. Dass Amnesty International bei der Produktion des Films, der in englischer Sprache gedreht wurde, mitgewirkt hat, zeigt, wie hoch die Zivilcourage dieses Ausnahmediplomaten einzuordnen ist. Der Film ist seriös und auch wenn weniger Folterszenen zu sehen sind, als man befürchten könnte, zeigt er deutlich das Schreckensszenario dieser Zeit. Eigentlich würde die Darstellung der ruhigen, aber ungeheuer bestimmten und gleichsam sympathischen Person Harald Edelstam schon ausreichen, einen ganzen Film zu füllen – so stark ist seine Ausstrahlung. Die enorme Herausforderung, diesen Menschen zu verkörpern, hat Charakterdarsteller Michael Nyqvist brillant gemeistert! Einfach unglaublich stark!

Der wahre Harald Edelstam starb 1989 an Krebs. Es lohnt in jedem Fall, sich das Interview im Abspann anzuschauen, in dem er damals zu seiner Zeit in Chile befragt wurde.

Mit Michael Nyqvist, Kate del Castillo, Lisa Werlinder, Lumi Cavazos.
2007, Regie: Ulf Hultberg.

(Autor: Annette Biemer)

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