Stichwort: Roman

Eriksson, Erik: Das Erbe von Samara und New York

ErikssonErik Erikssons persönliche Familiengeschichte handelt von Heimatsuche und Heimatverlust, von der Einsamkeit im Miteinander und den Tücken menschlicher Kommunikation. Während seine Großeltern mütterlicherseits in den Wirren der russischen Oktoberrevolution von Samara an der Wolga nach Schweden fliehen müssen, versuchen die Eltern seines Vaters im verheißungsvollen Amerika einen Lebensstandard zu finden, den sie im ärmlichen Schweden niemals erreichen könnten. Dann lernen sich Erikssons Eltern eher unfreiwillig in Schweden kennen, wo beide ihrer Meinung nach nicht hingehören.

Erik Eriksson hat sich intensiv mit seiner Familiengeschichte auseinandergesetzt, er beschönigt und verklärt nichts und lässt gerade dadurch zu, dass der Leser sich sehr eindrücklich in der Mitte dieser Familie wiederfindet. Der Autor ist Jahrgang 1937 und wurde in Schweden durch seine TV-Reportagen über den Vietnamkrieg und über die Schattenseiten der schwedischen Gesellschaft bekannt. Mittlerweile hat er etwa 40 Bücher veröffentlicht. 2009 erhielt Eriksson nach Erscheinen seiner vierbändigen Familienchronik „Liebe und Krieg“ den Aniara-Preis der Schwedischen Bibliotheksvereinigung für sein Lebenswerk.

Verlag: M & V Verlags- und Vertriebsgemeinschaft, 442 Seiten

Jul-Morde: Skandinavische Weihnachtskrimis

JulmordeWie feiert man im hohen Norden Weihnachten? Tanzt man um den Tannenbaum, fährt man Schlitten, genehmigt man sich ein Schlückchen Glögg? Nej, nej! In der norwegischen Einöde stapft ein alter Einsiedler wachsam durchs Gehölz. Nicht schon wieder soll ein Tannenbaum aus seinem Wald gestohlen werden, dafür wird er sorgen – notfalls mit roher Gewalt… In Oslo schmiedet eine böse Stiefmutter finstere Pläne, wie sie ihre schneeblinde Stieftochter loswerden kann, und im eisigen Stockholm gerät ein Kommissar bei einem Verhör gehörig ins Schwitzen. Von einem vorweihnachtlichen Betriebsausflug in die Schären wird eine Kollegin am Ende nicht zurückkehren, und die Tour durch das winterliche Bergslagen wird für zwei kriminelle Motorradrocker zur buchstäblich letzten gemeinsamen Reise. Vor der südschwedischen Küste wiederum fahren zwei Schwestern mit ihrem Vater ein letztes Mal zur See. Seine Asche haben sie in einer Plastiktüte vom Supermarkt dabei. Stellt sich die Frage: Wie ist der geliebte Papa eigentlich gestorben?

Namhafte Autoren haben hier ihre Version von „kriminellen“ Weihnachten in spannenden Kurzgeschichten verewigt, darunter Arne Dahl, Hans Rosenfeldt und Michael Hjorth. Jul-Morde ist tolles Weihnachtsgeschenk an alle Freunde des skandinavischen Krimis!

Verlag Wunderlich, 272 Seiten

Voosen / Danielsson: Rotwild

RotwildDer zweite Fall des neuen Schweden-Krimi-Traumpaares Ingrid Nyström und Stina Forss: Es ist kurz vor Mittsommer im småländischen Växjö. In einem Wald am Seeufer wird der von Pfeilen durchbohrte Leichnam eines Lehrers gefunden. Die Todesumstände erinnern an die Darstellungen frühchristlicher Märtyrer. Kommissarin Ingrid Nyström und ihre junge, impulsive Kollegin Stina Forss übernehmen die Untersuchungen. Bald darauf tauchen an der Wand der Domkirche seltsame Zeichen auf. Haben die Polizistinnen es mit einem religiösen Ritualmord zu tun? Die Deutsch-Schwedin Stina Forss hat bald erste Zweifel. Spätestens nachdem ein weiterer Toter entdeckt wird, erhöht sich der Druck von Vorgesetzten, Presse und Öffentlichkeit auf die beiden ungleichen Frauen spürbar. Während Ingrid Nyström mit familiären Problemen zu kämpfen hat, führt die wendungsreiche Ermittlung Forss nach Nordschweden, nach Berlin und weit zurück in die Geschichte. Der zweite Fall des Duos ist ein hochpolitischer, psychologisch komplexer Krimi, der den Leser bis zur letzten Seite fesselt.

Die Autoren von „Rotwild“ sind Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson. Beide arbeiten als Lehrer und Autoren in Hamburg. Ihr erster gemeinsamer Kriminalroman heißt „Später Frost“.

Verlag: KiWi-Paperback, 432 Seiten

Jordahl, Anneli: Ein Sommer in Augustenbad

Elegant gekleidete Menschen wandeln durch den Park, huschen zum Rendezvous und verlieren sich in magischen Sommernächten: der schwedische Kurort Augustenbad zu Beginn der 1890er Jahre. Hierher verschlägt es den selbst ernannten Poeten Andreas Öman, der sich bald in einem kleinen Drama wiederfindet, das um Selbstbetrug, Enttäuschungen und verbotene Liebe kreist.

Andreas Öman ist gegen seinen Willen nach Augustenbad gereist, seine wohlhabende Ehefrau hat ihn zu dem Aufenthalt verdonnert: Er soll mit der Trinkerei aufhören. Dabei ist ein leichter Rausch für ihn als Inspirationsquelle unentbehrlich. Wann immer möglich, entflieht er dem reglementierten Kuralltag. Dabei trifft er nachts im Park auf die geheimnisvolle Amanda, die sich nur bei Dunkelheit zeigt. Ihre Klugheit und von der „französischen Krankheit“ zerstörte Schönheit faszinieren Andreas, aber auch die junge Glanzplätterin Maria mit dem wachen Blick lässt ihn nicht mehr los …

Anneli Jordahl schildert einen Sommer voller Sehnsüchte und verborgener Begierden, einen Sommer, der für manche Beteiligte zum Schicksal wird. Eine herrliche, leicht nostalgische Lektüre mit Tiefgang.

Insel Verlag, 269 Seiten. Das Original in schwedischer Sprache ist hier zu finden.

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