Stichwort: Roman

Enquist, Per Olov & Ehnmark, Anders: Doktor Mabuses neues Testament

Das 30jährige Abiturjubiläum des Gymnasiums wird in dem absurd überdimensionierten Konferenzhotel einer schwedischen Kleinstadt gefeiert. Es treten auf: der Wortführer, der Streber, der Neidhammel, der Casanova, der Klassenclown. Und Ingrid Håkansson, verführerisch wie Marilyn Monroe. An diesem Abend ist der Enthüllungsjournalist Jan Carlstedt, genannt Dante, ihr Favorit. Jakob Kraus und der gehörnte Ehemann werden Zeugen der Affäre. Dann beginnt eine wilde Pool-Party, und plötzlich treibt Dante tot im Wasser. Ein Eifersuchtsdrama? Kommissar Kraus nimmt die Ermittlungen auf und kommt einem ?demokratischen Staatsstreich? auf die Spur. Völlig legal soll ein Auffanglager für für unliebsame Personen eingerichtet werden, um den Staat vor seinen Kritikern zu schützen. Sollte Dante ausgeschaltet werden, weil er etwas über diese Pläne herausgefunden hatte ? Pläne die auch von dem legendären Dr. Mabuse stammen könnten? Der 1982 erschienene Roman spielt im Jahr 1988, wir erfahren also etwas über eine Zukunft, die längst Vergangenheit ist. Oder etwa nicht? Amazon

Ekman, Kerstin: Zum Leben erweckt

Stockholm: Die Tage sind kurz, früh bricht die Dunkelheit des skandinavischen Winters über die Stadt herein. Die Frauen, deren Schicksal die renommierte Schwedische Schriftstellerin in ihrem neuen Roman zu einem Netz verwebt, stören sich an den dunklen Nächten nicht.
Silvia sucht in Gewölben unter der Altstadt nach archäologischen Funden; Blenda restauriert ein kostbares Seidentuch; Sigge befaßt sich mit dem Werk des Literaturnobelpreisträgers Eyvind Johnson. Alle sind sie auf der Suche. Ihre Erfahrungen tauschen sie bei Oda aus, die mit sicherer Hand Menschen zueinander führt, Kunst und Wirklichkeit verknüpft. Sie führt weiter, was ihr verstorbener Mann, ein idealistischer Humanist, begründet hat: ein Gesprächskreis nach dem Vorbild eines Romans von Johnson.
Wieder einmal stellt Kerstin Ekmann mit diesem Epos ihr feines Gespür für die Innen- und Außenwelt ihrer Figuren unter Beweis. Frauenschicksale aus Gegenwart und Vergangenheit verbinden sich zu einem Kaleidoskop des Lebens. Amazon

Ekman, Kerstin: Am schwarzen Wasser

Mit ihrer Saga Am schwarzen Wasser erweist sich die Schwedin Kerstin Ekman — Trägerin aller wichtigen Literaturpreise ihres Landes — einmal mehr als epische Chronistin mit dem viel zitierten weiblichen Blick. Ihr Roman bietet jedenfalls sämtliche Motive auf, aus denen handfeste Frauenschicksale gestrickt werden: Hillevi, Mitte zwanzig und Hebamme, lässt Heimat und Familie hinter sich, um ihrem heimlichen Verlobten — einem Pfarrer — ins Jämtland zu folgen. In ihrem Tagebuch muss sie dann allerdings vornehmlich Kochrezepte vermerken. Denn was den Geistlichen betrifft, ereignet sich leider wenig Nennenswertes: Der Angebetete entpuppt sich als personifiziertes Exempel männlicher Feigheit und Entscheidungsschwäche. Ihren Annäherungsversuchen jedenfalls gibt er ausschließlich in stockdunklen Räumlichkeiten nach; und dabei ist er dann auch noch äußerst ungeschickt: „Nachdem er unter dem Mieder ihres Kleides das Hemd mit der Spitzenkante freigelegt und sich zu einer… Brust vorgetastet hatte, wimmerte er, als hätte er sich wehgetan. Es wurde auch an diesem Abend nichts.“
Da ist der Händler Trond Halvorsen schon eher ein Mann der Tat; und weil Hillevi infolge eines Tete-a-tete unter Tannenzweigen von dem sinnlichen Schwarzhaarigen schwanger ist, wird alsbald geheiratet. Denn die Initiationsreise der Hebamme beginnt 1916 — und dies in einer Region, in der Kinder aus nicht legitimierten Beziehungen in schmutzigen Hinterzimmern zur Welt gebracht und anschließend ausgesetzt bzw. getötet werden.

Detailbesessen dringt Kerstin Ekman, indem sie Hillevis Lebensgeschichte mit den Schicksalen der Einheimischen verknüpft, in kärglichste Armut, nordische Rauheit und ländlichen Aberglauben ein; sie spannt Bögen von Hillevis Aufbruch bis zur Hochzeit von deren Pflegetochter Risten, vom Jämtland bis nach Berlin. Dabei werden wir Zeugen unzähliger Ski- und Pferdeschlittenfahrten, heimlicher Liebschaften, brutaler Kindesmisshandlungen, männlicher Jagdrituale und weiblicher Konflikte zwischen (vermeintlicher) Pflicht und Neigung. Am schwarzen Wasser ist — mit anderen Worten — ein Roman für Liebhaber weit verzweigter Familiensagas, für Fans gut recherchierter (Sozial-)Historie — und für passionierte Frauenversteher. Christine Wahl — Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels. / Amazon

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