Stichwort: Roman

Olczak, Martin: Die Akademiemorde

OlczakIm weltberühmten Stockholmer Hotel „Berns Salonger“ hat man gerade Strindbergs 100. Todestag begangen. Die Festrede hielt der Ständige Sekretär der Schwedischen Akademie, ein würdiger Mann und ebenfalls angesehener Schriftsteller. Jetzt kurz vor Mitternacht ist er auf dem Weg nach Hause, durch einen abgeschiedenen Park. Hier trifft ihn das Schicksal unvermittelt, – er wird ermordet. Tatwaffe ist ein altertümlicher Schwarzpulverrevolver, der die Polizei vor Rätsel stellt. Noch bevor sie sich für eine Ermittlungsrichtung entscheiden kann, geschehen am nächsten Tag vier weitere, ebenso schonungslose Morde. Die Opfer: ebenfalls Mitglieder der Akademie, die für die Auslobung des jährlichen Literaturnobelpreisträgers verantwortlich ist. Was treibt den Mörder um? Claudia Rodriguez von der Zentralen Mordkomission ermittelt auf eigene Faust – und gegen den Willen ihrer Vorgesetzten. Statt dessen bittet sie ihren alten Freund Leo Dorfman um Hilfe, einen Buchantiquar.

Der Autor, Martin Olczak, geboren 1973, stöbert leidenschaftlich gerne in Archiven, wo er sich auf die Suche nach geheimnisvollen Geschichten und spannenden Geschehnissen macht. Er ist einer der bekanntesten Jugendbuchautoren Schwedens. „Die Akademiemorde“ ist sein erster Roman für Erwachsene. Er wurde in zahlreiche Länder verkauft und in mehrere Sprachen übersetzt.

btb Verlag, 480 Seiten.

Gustafsson, Lars: Doktor Wassers Rezept

Doktor WasserDieser Mann ist ein Gewinner. Deshalb vertreibt er sich, gerade achtzig geworden, die Zeit mit Preisausschreiben. Vor allem aber lebt er in seinen Erinnerungen. Schon in der Schule war seine Liebe zu den Frauen größer als die zur Mathematik. Er arbeitete in einer Reifenwerkstatt und als Fensterputzer, bis er eines Morgens die Papiere eines tödlich verunglückten Motorradfahrers fand. Da verwandelte sich der junge Kent Andersson aus Schweden in Dr. Kurth Wasser, den DDR-Flüchtling und approbierten Arzt. Der ist als Schlafforscher ebenso begabt wie als Womanizer. Irgendwo zwischen Hochstapler und Glückspilz erfindet er sich immer wieder neu – und steht uns dabei vielleicht näher als wir denken.

Lars Gustafsson, 1936 geboren, ist einer der bedeutendsten Autoren Schwedens. Der Romancier, Lyriker und Philosoph lebte und lehrte lange Zeit im Ausland, u.a. an der University of Texas in Austin. Hinzu kamen mehrere Forschungsaufenthalte in Berlin, Bielefeld und Tübingen. Bei Hanser erschienen zuletzt „Das Lächeln der Mittsommernacht. Bilder aus Schweden“ (mit Agneta Blomqvist, 2013), „Der Mann auf dem blauen Fahrrad“ (Roman, 2013), der Gedichtband „Das Feuer und die Töchter“ (2014) sowie jetzt der Roman „Doktor Wassers Rezept“.

Anyuru, Johannes: Ein Sturm wehte vom Paradies her

sturmEin junger Mann wird in einem unterirdischen Raum irgendwo in Ostafrika vernommen. Noch vor Kurzem sollte er Kampfpilot in der ugandischen Luftwaffe werden. Doch dann, wenige Monate vor seinem Examen, kommt es in Uganda zum Staatsstreich. Idi Amin ergreift die Macht. Sein Regime wird zu einem der blutigsten des afrikanischen Kontinents werden. Und genau in diesem Moment trifft der junge Mann eine folgenschwere Entscheidung: Er wird nicht zurückkehren ins mörderische Uganda, obwohl es ihm befohlen wird. Er wird zu einem Vertriebenen, einem Flüchtling, dessen Leben auch in Schweden, wohin es ihn zum Schluß verschlägt, durch Einsamkeit und Heimatlosigkeit gezeichnet ist.

Johannes Anyuru hat einen fesselnden, berührenden Roman über seinen Vater geschrieben, – und darüber, wie ein Mensch von den Stürmen der Geschichte erfasst und gezwungen werden kann, alles zu riskieren, um dem Tod zu entfliehen. Ein wichtiges Buch, das zeigt, was manche Menschen und Flüchtlinge, die unsere neuen Nachbarn sind, wirklich erlebt und durchgemacht haben.

Anyurus Roman „Ein Sturm wehte vom Paradies her“ ist unter anderem für den schwedischen Literaturpreis „Augustpris“ nominiert worden. Er stand auf Platz der Kritikerliste von „Dagens nyheter“ und wurde bereits in sieben Sprachen übersetzt.

Luchterhand Literaturverlag, 288 Seiten.

Söderberg, Alexander: Der zweite Sohn

SoderbergWie schuldig darf man sich machen, um das Richtige zu tun? Ausgerechnet jetzt, da Hector Guzman im Koma liegt, steht sein international agierendes Drogenkartell gleich von zwei Seiten unter Beschuss: Die Konkurrenz und die Polizei sind ihm auf der Spur, – ihm und seiner Geliebten Sophie Brinkmann. Dabei ist die unbescholtene Krankenschwester Sophie eher zufällig zwischen die Fronten der organisierten Kriminalität geraten… Aber jetzt ist es an ihr, das Schlimmste zu verhindern, denn nicht nur Sophie selbst, auch ihr Sohn schwebt in höchster Gefahr. Dazu muss sie sich auf die Spielregeln der Widersacher einlassen und das Böse in sich selbst entdecken. Doch wie weit darf sie gehen, ohne die Kontrolle und den Glauben an das Gute zu verlieren?

Dieser Thriller bildet den zweiten Teil der Sophie Brinkmann Trilogie. Den ersten Roman von Alexander Söderberg haben wir => hier vorgestellt.

Verlag: Piper, 448 Seiten.

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