Stichwort: Selma Lagerlöf

Lagerlöf, Selma: Wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen

Nils Holgerssohn, Sohn armer Kätner, beleidigt einen Wichtel und wird deshalb in einen Däumling verwandelt. Da der junge Rüpel sich in der elterlichen Kate vor allem als Tierquäler hervorgetan hat, ist kein Tier bereit, ihm zu helfen – bis auf einen etwas einfältigen Ganter, der sich in eine Wildgans verguckt hat und ihr zuliebe mit den Wildgänsen gen Norden ziehen will. Bei jedem Halt, den die Wildgänse auf ihrer Reise einlegen, erfährt Nils, welche Sagen sich gerade mit diesem Ort verbinden, welche historischen Ereignisse dort stattgefunden haben. Er freundet sich mit vielen Tieren an und gewinnt sogar die Achtung der in ganz Schweden bekannten Leitgans Akka von Kebnekajse. Er hat zwar Heimweh nach seinen Eltern, doch verzichtet er auf alle Möglichkeiten, nach Hause gebracht zu werden, weil er sich ihnen nicht in seiner Däumlingsgestalt zeigen will. Endlich können Akkas Abgesandte den jähzornigen Wichtel finden, der Nils verzaubert hat. Der stellt klar, dass Nils in dem Moment seine ursprüngliche Gestalt zurückerhalten wird, in dem er seinen Eltern den Ganter zum Schlachten zuführt. Nils entscheidet sich nach langem innerem Kampf, dem Ganter zu Hilfe kommen. Nun stellt sich heraus, dass die alte Akka ihn auf die Probe stellen wollte und die Nachricht des Wichtels nicht ganz korrekt wiedergegeben hat: In dem Moment, in dem Nils sich für seinen Freund entscheidet, verliert der Zauber die Macht über ihn. Lagerlöf nimmt in ihrem Buch immer wieder Bezug auf die Probleme der armen Landbevölkerung, die in halbfeudalen Verhältnissen lebte, in Naturalien bezahlt wurde, keine politischen Rechte besass und den Launen der Grossgrundbesitzer hilflos ausgeliefert war. Das Volk der Samen, damals brutalen Schwedisierungsversuchen ausgesetzt und seines Siedlungsraums immer mehr beraubt, erscheint als traditionsbewusstes Kulturvolk; die einsetzende Industrialisierung in den Erzgebieten in Mittel- und Nordschweden wird auf ihre schädlichen Folgen für die Umwelt hin untersucht.

Lagerlöf, Selma: Marbacka – Erinnerung an meine Kindheit

Selma Lagerlöf verbringt eine ereignisreiche und glückliche Kindheit auf dem elterlichen Gut Marbacka. Dort zieht sie auch den jungen Gänserich groß, der später in ihrem bekanntesten Buch „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ die Leser verzaubert. Im Mittelpunkt ihrer Erzählungen stehen ihre Familie und das Gut selbst, das immer wieder erweitert und verschönert wird. So bringt uns die berühmte Autorin das harte, aber auch idyllische Leben auf einem abgelegenen Gutshof im Schweden aus vergangenen Zeiten nahe.

Lagerlöf, Selma: Geschichten von Trollen und Menschen

Auftakt der Selma Lagerlöf-Edition bei dtv. Die schwedische Autorin ergründet in unnachahmlicher Weise die schicksalsmächtige Verbindung zwischen den Menschen, der Natur und der in ihr lebenden Wesen.

Lagerlöf, Selma: Die Geschichte von Gösta Berling


Ausdrucksvoll war er, jung, schlank und hochgewachsen: Gösta Berling sah aus wie ein Pfarrer aus dem Bilderbuch. Leider aber waren seine Ge-meindemitglieder eher daran gewöhnt, ihn aus dem Wirtshaus kommen zu sehen, als ihn auf der Kanzel predigen zu hören. Natürlich mußte man ihn über kurz oder lang seines Amtes entheben, und nur der Majorin Samzelius war es zu verdanken, daß er die Nacht im Schnee, in den er sich zum Sterben gelegt hatte, überlebte. Sie brachte den reuigen Berling im Kavaliersflügel ihres Gutes unter, zusammen mit einem bunten Haufen, dessen lustvolle Ausschweifungen im ganzen Värmland bekannt wurden und bald ein böses Ende nehmen sollten. – In enger Tradition zur nordischen Sagenliteratur begeistert »Die Geschichte von Gösta Berling« bis heute durch ihren faszinierenden Helden und ihre kraftvolle Sprache.

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